25 Jahre Verantwortung für die Schöpfung
18. Februar 2026 | WLZ 132 | Autorin: Stefanie Schadler
Die Pfarre Dechantskirchen wurde für ihren langjährigen Einsatz in den Bereichen Ökologie und Biodiversität ausgezeichnet.
Foto © Pfarre Dechantskirchen
Anfang eines langen Weges
Die Pfarre Dechantskirchen erhielt kürzlich den Umweltpreis der katholischen und evangelischen Kirchen Österreichs in der Kategorie „Biodiversität“. Seit 25 Jahren geht sie konsequent einen ökologischen und nachhaltigen Weg. Ein Engagement, das auf die Gründung des Arbeitskreises Schöpfungsverantwortung durch den damaligen Pfarrer Wolfgang Fank zurückgeht. Dieser hat über seine Eltern – er ist auf einem Bauernhof aufgewachsen – von klein auf gelernt, die Erde zu schätzen und zu lieben.
Das erste Projekt erfolgte über die Wassergemeinschaft und den Aufruf zur Selbstbesteuerung des verbrauchten Wassers. So sollten für einen Kubikmeter Wasser zehn Cent gespendet werden. Dabei kamen 24.000 Euro zusammen, die für den Bau von Brunnen in Afrika gespendet wurden.
Weitere Maßnahmen betreffen den Umstieg von Öl- auf Hackschnitzelheizung für Pfarrhof, Kirche und Kindergarten, den Austausch aller alten Küchengeräte durch stromsparende Geräte sowie die Ausstattung aller Räume mit LED-Beleuchtung. Fank selbst fährt ein E-Auto und ermutigt die Bevölkerung dazu, mehr zu Fuß zu gehen, etwa an dem eingeführten autofreien Sonntag.
Für eine Sache brennen
Wie kann man eine Pfarre über 25 Jahre lang für den ökologischen Weg begeistern? „Es funktioniert nur, wenn man selbst davon überzeugt ist, dass der Weg wichtig und für die Menschen unerlässlich ist“, so der Öko-Pfarrer. Diese Überzeugung habe sich auf die Bevölkerung übertragen. Es sei ohnehin eine Pioniergeschichte, so Fank, der auf die erste pfarrliche Photovoltaikanlage im Jahr 2005 zurückblickt. Diese war eine der wenigen, die zu dem damaligen Zeitpunkt von einer Pfarre erbaut wurde. Es gab viele kritische Stimmen, die mahnten, dass dies „zu teuer“ sei und man noch warten solle. Doch er war sich seiner Sache sicher: „Der Umstieg auf erneuerbare Energie ist das Gebot des 21. Jahrhunderts.“ Mit einem Spendenaufruf kamen schließlich 30.000 Euro für deren Errichtung zusammen. Dafür bekam die Pfarre den Österreichischen Solarpreis überreicht – ein Zeichen, dass man auf dem richtigen Weg war. Mittlerweile hat die Pfarre sechs weitere PV-Anlagen selbst finanziert und errichtet und 25 Umweltpreise für ihre Aktivitäten erhalten.
Der konsequente Einsatz für eine lebenswerte Umwelt für die folgenden Generationen ist auch dem Engagement im Arbeitskreis geschuldet: Es tauchen immer wieder neue Ideen auf – Stichwort Repair Café und Kleidertausch –, und es gibt Menschen, die konsequent dabei mitarbeiten und ihre Zeit investieren.
Nicht zu spät
Bei der Überreichung des Preises in St. Pölten am 16. Jänner sprach die evangelische Bischöfin Cornelia Richter die Verantwortung für die Schöpfung an, die den Menschen übergeben worden sei. Fank ergänzt, dass es in der Bibel sowohl den Ausspruch „Mache dir die Erde untertan“ als auch die Paradiesgeschichte gebe, in der Adam den Garten Eden bebauen und behüten solle. „Leider Gottes haben wir uns im Laufe der christlich geprägten Geschichte die Erde untertan gemacht. Der technische und wissenschaftliche Fortschritt hat vieles zerstört“, so Fank. Aber er ist auch davon überzeugt, dass man noch etwas dagegen tun könne.
Die 1.000 Euro Preisgeld will die Pfarre gut nutzen. „Eventuell für die achte Photovoltaikanlage?“, schmunzelt Fank. Seit seiner Pensionierung ist er nicht mehr aktiv beim Arbeitskreis Schöpfungsverantwortung dabei, Maria Knöbl ist nun Ansprechperson in allen Umweltfragen. Fank hat den Samen gesät und das Engagement wächst weiter.



