Mit klaren Zielen auf der Weltcup-Piste
20. Jänner 2026 | WLZ 131 | Autorin: Stefanie Schadler
Elena Riederer aus Schaueregg hat mit viel Ehrgeiz und Talent ihr erstes Weltcup-Rennen am Semmering bestritten. Sie berichtet über Rituale, Lernprozesse und den Einfluss von Sport auf ihren Alltag.
Foto © Elena Riederer
Leidenschaft von klein auf
Das Adrenalin am Startplatz, das Geräusch der Kufen und das überwältigende Gefühl bei einem geglückten Lauf: Diese Atmosphäre hat Elena Riederers Weg in den Skirennsport geprägt. Heuer sammelte sie erstmals Weltcup-Erfahrung am Semmering.
Die Weichen wurden bereits in ihrem zweiten Lebensjahr gestellt, als sie zum ersten Mal auf Skiern stand und von Vater Roman trainiert wurde. Auch der Verein WSC Mönichkirchen hat sie für den Skisport geprägt: Mit einer kleinen Gruppe aus Gleichgesinnten war sie täglich nach der Schule im Skigebiet Mönichkirchen/Mariensee anzutreffen. Die Freude am Fahren resultierte in ersten Erfolgen und der Aufnahme im ÖSV-Kader. „Ich wollte schon als kleines Mädchen Weltcup-Rennen fahren“, erinnert sich Riederer. Als Schülerin der HAK Waidhofen/Ybbs konnte sie ihr Training mit der Ausbildung gut vereinbaren.
Zwischen Leistung und Abschalten
Die heurige Saison bezeichnet sie als solide. Bei den Europacup-Rennen in Mayrhofen und Zinal fuhr sie drei Mal auf Platz elf und schaffte die Qualifikation für den Weltcup am Semmering und in Kranjska Gora. Trotz ihres Ausfalls war sie mit ihren Zwischenzeiten beim Rennen zufrieden. „Ich habe gut angedrückt und konnte meine Technik perfekt einsetzen“, so Riederer. Aus der Teilnahme an den Weltcup-Rennen nimmt sie neben der Erfahrung auch das Wissen um die dortigen Hänge mit. „So weiß ich, wie ich sie beim nächsten Mal angehen kann.“
Um die anstrengenden Rennwochenenden zu kompensieren, versucht sie am Folgetag auszuschlafen. Manchmal verbringt sie den ganzen Tag auf der Couch und schaut Sport im Fernsehen. Zudem kocht sie gerne, was sie ebenfalls entspannt und vom Trainingsalltag ablenkt.
Meist leitet am darauffolgenden Tag ein aktivierendes Kraftprogramm die Anfahrt zum nächsten Rennen ein. Auch die Analyse des letzten Rennens und die Konzentration auf das bevorstehende sind Teil der Rennvorbereitung.
Ein festes Ritual in ihrem Alltag ist das Schreiben eines Tagebuchs. Darin hält sie Trainingseindrücke, Erfahrungen sowie ihre Gedanken und Gefühlslage fest und kann so ihre Entwicklung nachvollziehen. Direkt vor einem Rennen helfen ihr Musik und das Visualisieren des Laufs.
Ehrgeizige Ziele
In ihrem Trainingsalltag weiß sie um die Unterstützung ihres Trainers, der Familie und der Sponsoren.
Der Leistungssport manifestiert sich auch in ihrem Privatleben, indem sie in allen Belangen Durchhaltevermögen und Ehrgeiz zeigt. Da ist es egal, wie groß oder klein die Aufgaben sind. „Halbe Sachen sind nichts für mich“, so Riederer und ist überzeugt, dass man seine Ziele nie aufgeben soll. Ihre langfristigen Ziele im Skisport? Im Weltcup unter die Top drei zu kommen sowie eine Medaille bei der Weltmeisterschaft und bei Olympia. Klare Ziele – von Leidenschaft, Disziplin und Motivation getragen.



