Mit Herz für Hof und Gemeinschaft

18. Februar 2026 | WLZ 132 | Autorin: Stefanie Schadler

Die Zusammenführung von Jung- und Altbäuerinnen und Wissensweitergabe sind für die neue Gemeindebäuerin in Schäffern wichtige Anliegen.

Vizebürgermeister Martin Prenner, Stellvertreterin Petra Weninger, Gemeindebäuerin Gertrude Gamperl, Stellvertreterin Notburga Osterbauer, Bezirksbäuerin Michaela Mauerhofer, KO LKR Herbert Lebitsch

Landwirtschaft und Alltag vereinbaren

„Wer nichts Neues angeht, kann nichts Neues erleben“, so die neu gewählte Gemeindebäuerin aus Schäffern, Gertrude Gamperl. Sie ist Bäuerin mit Herz und Blut und hat bereits in ihrem Kindesalter das Leben am familiären Hof kennen- und lieben gelernt. Auf ihrem Milchkuhbetrieb versorgt sie zusammen mit den Jungtieren insgesamt 65 Tiere. Sie ist verheiratet und Mutter eines acht- und zehnjährigen Buben. Als gelernte Einzelhandelskauffrau arbeitete sie lange bei einer Lebensmittelkette, wofür sie von 5:30 bis 19:30 Uhr außer Haus war, was sich jedoch dann mit der Übernahme des Betriebs nicht mehr vereinbaren ließ.

Als Vollzeitbäuerin weiß sie um die Vorteile, rund um die Uhr für Hof und Familie da sein zu können. Doch sie weiß auch, dass die meisten Bäuerinnen nebenbei zusätzlich arbeiten. Als Gemeindebäuerin möchte sie für die Anliegen der Bäuerinnen Ansprechperson und Impulsgeberin sein. Ihr ist es dabei besonders wichtig, dass sowohl Jung- als auch Altbäuerinnen an einem Strang ziehen. So luden etwa zu Fasching die Bäuerinnen zu einem Krapfenessen ein, wofür sowohl Jung als auch Alt ihren Beitrag leisteten, etwa mit selbstgemachten Krapfen, Aufstrichen oder Broten.

Angebote erweitern, Bewusstsein steigern

Eine ihrer ersten Maßnahmen bestand darin, eine WhatsApp-Gruppe zu gründen, die gut 90 Mitglieder hat. Hier ruft Gamperl die Frauen dazu auf, ihre Ideen und Interessen mitzuteilen. Gewisse Vorträge seien im Jahr vorgeschrieben, weitere würde sie gerne entsprechend den Bedürfnissen der Mitglieder anbieten. So könne sie sich etwa Kochkurse vorstellen, in denen das Wissen um die Herstellung von Brot, Butter oder Käse weitergegeben wird.

Weiters möchte sie das Bewusstsein dafür schärfen, dass die Bäuerinnen für die heimischen Lebensmittel verantwortlich sind. Das meiste, das die Menschen fürs Leben brauchen, könne selbst produziert werden. „Das Bewusstsein für regionale Produkte zu schärfen, ist das Gebot der Stunde“, so Gamperl. Dass ihr die bisherige Gemeindebäuerin Notburga Osterbauer nun als Stellvertreterin zur Seite steht, ist für sie eine große Hilfe. „Sie weiß, wie der Hase läuft, und kennt die unterschiedlichen Persönlichkeiten bei Veranstaltungen. Das ist eine große Unterstützung.“

Am Welternährungstag am 16. Oktober besuchen die Bäuerinnen die Volksschule in Schäffern und machen unter dem Titel „Gesunde Jause“ regionale bäuerliche Produkte erlebbar.

Für sie steht fest: Die Erfahrungen der Älteren und die Ideen der Jüngeren sollen sich ergänzen – nicht miteinander konkurrieren. In den nächsten Jahren möchte sie in Schäffern die dafür notwendigen Räume schaffen.