Fairer Handel wird selbstverständlicher

22. Mai 2026 | WLZ 135 | Autorin: Stefanie Schadler

Nachhaltigkeit, Regionalität und fairer Handel sind heute deutlich präsenter als noch vor einigen Jahren. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten die „Fairen Wochen“, die seit 25 Jahren Schulen, Gemeinden und Organisationen zum Mitmachen anregen.

Kinder als Multiplikator

Die Marktgemeinde Mönichkirchen ist seit 2007 bei den Fairen Wochen dabei. Die dafür Verantwortliche in der Gemeinde ist Roswitha Geyer, für die nicht nur faire, sondern vor allem auch regionale Produkte den Unterschied machen. Egal, ob bei Projekten in der Schule oder im Kindergarten: Im Zuge der fairen Wochen wird frische Milch regionaler Bauern verkostet und werden selbstgemachte Marmelade sowie Obst und Gemüse aus Österreich mitgebracht. „Auch regional produzierte Lebensmittel sind faire Produkte, denn hier weiß man, woher sie kommen, und es wird die regionale Landwirtschaft unterstützt“, so Geyer. Genau dieses Bewusstsein möchte sie den Kindern vermitteln, die zugleich Multiplikatoren in ihrem Umfeld sein können. Nicht alle Lebensmittel können regional produziert werden – genau hier bieten fair gehandelte Produkte eine wichtige Alternative.

Mittlerweile hätten regionale Produkte ohnehin einen höheren Stellenwert als noch zu den Anfängen der Fairen Wochen, so Geyer. Als Grund dafür sieht sie vor allem das gestiegene Bewusstsein der Menschen und die damit verbundene Verantwortung.

Schulisch mitgestalten

Das Gymnasium und Realgymnasium Sachsenbrunn beteiligt sich ebenfalls seit über zehn Jahren mit diversen Aktionen an den Fairen Wochen. Auch Workshops von Südwind zu Palmöl, Schokolade oder Klimawandel wurden immer wieder umgesetzt.

Generell würden diese Themen auch im Unterricht zunehmend präsenter, da der neue Lehrplan Nachhaltigkeit und Klimaschutz integriere, so Mag. Edith Tippel. Auch der regionale Handel werde immer wieder thematisiert. Häufig erzählten die Schüler von Einkäufen bei Bauernmärkten oder von fair gehandelten Produkten. „Ich denke, dass das Thema Nachhaltigkeit mittlerweile viel präsenter geworden ist“, so Tippel. Das Konsumverhalten habe sich über die Jahre durch die zahlreichen Online-Möglichkeiten verändert, doch auch hier sehe sie bereits einen Rückwärtstrend.

Neben einer Global Action School wurde Sachsenbrunn vor zwei Jahren zur „Fairtrade“-Schule ernannt. Damit gehört sie zu jenen Bildungseinrichtungen, die sich aktiv für den fairen Handel einsetzen und diesen im Schulalltag verankern. Dazu zählen unter anderem Projekte sowie der Konsum in der Schule.

Auch beim Schulgebäude selbst wurde ein starkes Zeichen für Nachhaltigkeit gesetzt. Mit einer Photovoltaikanlage ist die Schule nahezu energieautark. Der hierbei erzeugte Solarstrom deckt an sonnigen Tagen den kompletten Bedarf und ergänzt die Hackgutheizung, schuleigene Wasserquellen und eine Biokläranlage. So wird Nachhaltigkeit nicht nur unterrichtet, sondern im Schulalltag auch sichtbar und für die Schüler greifbar gemacht.