Als Erzbischof zurück in Feistritz
18. Februar 2026 | WLZ 132 | Autorin: Stefanie Schadler
Der zum neuen Erzbischof von Wien geweihte Josef Grünwidl hielt eine Messe in Feistritz am Wechsel ab und besuchte damit die Region, in der er über 15 Jahre lang als Pfarrer wirkte.
Bodenständig, herzlich, tiefenentspannt: Grünwidl erschien den Feistritzern, als wäre er nie weggewesen.
Fotos © Wolfgang Jindra
Tag des Wiedersehens
Ein ganz besonderes Wiedersehen gab es in Feistritz am Wechsel am Sonntag, den 1. Februar 2026. Josef Grünwidl, der von 1998 bis 2014 Pfarrer in Kirchberg am Wechsel, Feistritz, St. Corona und Trattenbach sowie einen Teil dieser Zeit auch als Dechant des Dekanats Kirchberg tätig war, hielt die Heilige Messe ab. Seitdem er im Oktober 2025 zum Erzbischof von Wien ernannt wurde, war das seine erste Messe in Feistritz in dieser neuen Funktion.
Die Pfarrkirche war bis auf den letzten Platz mit Feistritzern gefüllt, um die Messe von „ihrem Josef“ mitzuerleben. Die anfängliche Nervosität der Anwesenden legte sich spätestens zu dem Zeitpunkt, als er „ganz leger“ – ohne Chauffeur und Anhang – mit seinem eigenen Golf vorfuhr und wie eh und je auf die Leute zuging. „Es war, als wäre er nie weg gewesen. Er war schon immer ein angenehmer, umgänglicher Mensch gewesen und genauso ist er auch heute noch“, so Bürgermeister Josef Aminger, der ihm anlässlich seines Geburtstags am Tag zuvor ein kleines Geschenk überreicht hatte. Auch die Trachtenkapelle Feistritz spielte ihm ein „Happy Birthday“-Ständchen und begleitete ihn im Anschluss an die Messe musikalisch zum Gemeinschaftszentrum der Pfarre. Hier nahm er sich bei Kaffee und Kuchen viel Zeit zum Plaudern. „Es war ihm sichtlich ein Anliegen, mit möglichst vielen Feistritzern ein paar Worte zu wechseln“, so Pfarrgemeinderätin Doris Stocker, die seinen Besuch wie ein Heimkommen empfand.
Beeindruckende Spende
Er war damals als Pfarrer in der Region gerne nah an den Menschen und ist es auch heute noch. Er freut sich mit den Menschen mit, möchte in seiner Funktion aber auch in herausfordernden Zeiten eine Stütze sein und helfen. Als engagierter Seelsorger setzt sich Grünwidl daher auch besonders für die Ärmsten und Schwächsten ein. Auch anlässlich seiner Bischofsweihe und Amtseinführung hat er dazu aufgerufen, seine Herzensprojekte zu unterstützen. Bei diesen handelt es sich um Initiativen, die Menschen in schwierigen Lebenssituationen Hoffnung, Hilfe und neue Perspektiven schenken. Das hat auch die Feistritzer dazu veranlasst, ihren Beitrag zu leisten. Die Pfarre hat mit ihrem Pfarrcafé die Bevölkerung an diesem Tag dazu aufgerufen, für das Engagement von Grünwidl zu spenden. So konnte dem Bischof am Ende die beeindruckende Summe von 1.709 Euro feierlich übergeben werden, der darüber zutiefst gerührt war und sich sichtlich freute. Und vielleicht war es genau das, was diesen Besuch so besonders gemacht hat: Nicht das neue Amt stand im Mittelpunkt, sondern die Nähe, die geblieben ist.



