Asbest im Streusplitt: Auch Material in Aspang betroffen

18. März 2026 | WLZ 133 | Autorin: Stefanie Schadler

Im Streusplitt, der unter anderem in der Gemeinde Aspang ausgebracht wurde, sind Asbestfasern nachgewiesen worden. Der Splitt stammt aus einem burgenländischen Steinbruch, der nach entsprechenden Untersuchungsergebnissen behördlich gesperrt wurde. Experten ordnen das Risiko unterschiedlich ein.

Wenn sich weiße Einschlüsse an der Oberfläche mit einem Metallgegenstand ohne viel Druck eindrücken lassen, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Asbest.

Foto © Greenpeace

Belasteter Splitt aus burgenländischem Steinbruch

Im Streusplit, der unter anderem in der Gemeinde Aspang ausgebracht wurde, sind Asbestfasern gefunden worden. Bezogen wurde dieser aus dem Steinbruch Pilgersdorf im Bezirk Oberpullendorf. Dort sind im November 2025 Material- und Bodenproben entnommen und im Labor untersucht worden. Pilgersdorf ist neben Glashütten bei Schlaining, Badersdorf und Bernstein einer von vier Steinbrüchen, der nach Bekanntwerden der Ergebnisse im Jänner behördlich gesperrt wurde.

Das dort abgebaute Serpentinit-Gestein wird seit Jahrzehnten in den burgenländischen Steinbrüchen gewonnen und im Burgenland und in den angrenzenden Regionen verteilt. Der niederösterreichische Straßendienst ließ aufgrund der Ergebnisse den Streusplitt der Straßenmeisterei Aspang untersuchen. Dabei bestätigte sich der Verdacht: Der in Aspang ausgebrachte Straßensplitt ist mit Asbest belastet.

Aufgedeckt wurde diese Asbestbelastung von der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Stefan Stadler vom Greenpeace-Investigativteam betont: „Bei Asbest gibt es keine sichere Menge – es gilt ein absolutes Minimierungsgebot.“ Asbestfasern bauen sich nicht ab. Durch Beanspruchungen wie Bauarbeiten oder Fahrzeugverkehr können sie immer wieder aufgewirbelt werden und in die Luft gelangen. Das Einatmen ist dabei besonders problematisch. Nach Rückfrage bei Greenpeace betont der Umweltchemiker Herwig Schuster die Wichtigkeit von Nasskehren, um die Staubbildung zu reduzieren und das Tragen einer FFP2- bzw. FFP3-Masken, um die Arbeiter vor dem Einatmen des Asbeststaubs zu schützen.

Aktuell laufen Maßnahmen, um die Ausbreitung einzudämmen. Auch in Aspang wurde das Material mittels Nasskehrarbeiten bereits eingekehrt und fachgerecht entsorgt.

Experten sehen derzeit keine akute Gefahr

Ob eine Gefahr für die Gesundheit besteht, wird unter Experten unterschiedlich bewertet. Umweltmediziner Hans Peter Hutter als Leiter der „Taskforce Asbest“ sieht laut einem Bericht vom ORF Burgenland in den bisherigen Messergebnissen keine akute Gefahr. Dennoch gelte auch für ihn ein Minimierungsprinzip zum Schutz der Bevölkerung. Besonders bei der Entsorgung sei größte Sorgfalt erforderlich. Laut ORF Burgenland liegt die Zahl der asbestbedingten Erkrankungen österreichweit bei etwa einem Fall pro 100.000 Einwohner. Das Burgenland liegt dabei nur leicht über dem Österreichschnitt.

Asbest kommt im Gestein meist als weiß-gräuliche Einschlüsse, Überzüge oder Gänge vor. In stärkerer Konzentration ist er mitunter auch mit freiem Auge als fasrige Struktur erkennbar und lässt sich mit einem Metallgegenstand ganz leicht eindrücken. Wird der Verdacht auf asbesthaltiges Material festgestellt, sollte jeder Kontakt vermieden und die zuständige Gemeinde informiert werden. Lose Materialien sollten möglichst nicht bewegt oder befahren werden.

Seit 1990 gilt in Österreich ein umfassendes Asbestverbot. Asbesthaltige Materialien dürfen daher grundsätzlich nicht mehr in Umlauf gebracht werden.