Das Auto auf Frost und Schnee vorbereiten

16. Oktober 2026 | WLZ 139 | Autorin: Stefanie Schadler

Kälte, Schnee und Streusalz fordern das Auto im Winter ganz besonders. Wer Reifen, Batterie, Flüssigkeiten und Beleuchtung rechtzeitig kontrolliert, senkt das Pannenrisiko und erhöht die Sicherheit.

Sitz- und Lenkradheizung, Beleuchtung oder Heizung generell belasten die Batterie zusätzlich und sollten daher beim Starten möglichst ausgeschaltet werden.

Foto © Freepic

Gummimischungen elastisch halten

Mit erstem November beginnt in Österreich die Winterreifenpflicht. Das bedeutet, dass bei winterlichen Fahrverhältnissen Winterreifen verpflichtend sind. Die Einhaltung ist wichtig, um rechtliche und sicherheitstechnische Probleme zu vermeiden. Vor dem Umstecken sollte zudem die Profiltiefe überprüft werden. Es werden mindestens vier Millimeter empfohlen, um die Sicherheit bei Schnee, Schneematsch und Nässe zu gewährleisten. Bei abnehmender Profiltiefe kann Schnee nicht mehr effektiv gebunden werden und auch der Bremsweg verlängert sich deutlich. Auf einer Fahrbahn mit einer zusammenhängenden oder nicht nennenswert unterbrochenen Schnee- oder Eisschicht sind auch Schneeketten auf mindestens zwei Antriebsrädern zulässig. Doch selbst wenn die Profiltiefe noch ausreicht, sollten die Reifen nach spätestens sieben bis acht Jahren getauscht werden. Mit der Zeit verhärtet sich nämlich die Gummimischung und die Haftung nimmt ab, was gerade bei Schnee und Glätte gefährlich werden kann. Wichtig ist auch die regelmäßige Pflege der Gummidichtungen an Türen, Fenstern und Kofferraum. Zuerst sollten sie mit einem feuchten Tuch gereinigt werden, danach empfiehlt sich das Auftragen eines Pflegemittels wie Silikonspray oder Hirschtalg. Das hält nicht nur das Material geschmeidig, sondern verhindert auch ein Festfrieren im Winter.

Häufigste Panne

Neben dem Augenmerk auf die Reifen ist die Begutachtung der Batterie nicht weniger wichtig. Ganz im Gegenteil: Laut ÖAMTC sind schwache Autobatterien die häufigste Ursache für Pannen im Winter. Die Kälte verlangsamt den. den Startvorgang; Heizung, Beleuchtung und Sitzheizung belasten die Batterie zusätzlich. Vor allem beim Starten sollten möglichst unnötige Stromverbraucher ausgeschaltet werden. Daher sollte man die Batterie vorab prüfen lassen; so zeigt sich eine Batterieschwäche unter anderem bei Startproblemen. Auch Kurzstrecken sind problematisch. Außerdem sollte ein Frostschutzmittel bis mindestens minus 20 Grad Celsius eingefüllt und die Scheibenwaschanlage danach betätigt werden. So gelangt das Mittel umgehend in die Leitungen und Düsen. Auch das Kühlsystem braucht ausreichenden Frostschutz. Der Kühlmittelstand sollte allerdings nur bei kaltem Motor kontrolliert werden. Für eine optimale Sicht sollte auch die Beleuchtung kontrolliert sowie die Scheiben und die Wischerblätter gesäubert werden. Nicht zuletzt empfiehlt sich eine Winterausrüstung inklusive Schneebesen, Eiskratzer und weiterer Notfallartikel im Auto.

Weitere Tipps

  • E-Autos verbrauchen im Winter im Schnitt 20 bis 30 Prozent mehr Strom, bei Kurzstrecken oft noch mehr. Kälte erhöht den Energiebedarf und reduziert zugleich die Ladeleistung. Daher sollten längere Ladezeiten eingeplant werden. Je nach Hersteller kann es außerdem sinnvoll sein, das Fahrzeug im Winter nicht mit sehr niedrigem Ladestand abzustellen.
  • Das Warmlaufenlassen des Motors im Stand ist in Österreich verboten und kann zu einer Geldstrafe führen. Bei Elektroautos lässt sich der Innenraum per App vorheizen.
  • Streusalz kann Lackschäden und Korrosion begünstigen. Deshalb sollte das Auto im Winter regelmäßig gewaschen werden – besonders Unterboden, Radkästen und Türfalze. Wachs- oder Lackversiegelung bieten zusätzlichen Schutz.