Ein Gelöbnis, das verbindet

18. März 2026 | WLZ 133 | Autorin: Stefanie Schadler

Im Gleichschritt marschieren 251 Rekruten über den Friedberger Hauptplatz. Wenig später legen sie ihr Gelöbnis auf die Republik ab – vor zahlreichen Angehörigen und Besuchern.

In Reih und Glied treten die Rekruten an – der erste gemeinsame Schritt in eine Zeit von Kameradschaft, Verantwortung und Ausbildung beim Bundesheer.

Foto © Bundesheer/Hönigschnabl

Im Gleichschritt zur Verantwortung

Der Friedberger Hauptplatz war bis zum letzten Platz gefüllt, als die Klänge der Militärmusik die Rekruten ankündigten. Mit festem Blick schritten sie in Viererreihen an den zahlreichen Besuchern vorbei. Neben den Anwohnern selbst waren zahlreiche Verwandte angereist, um ihr Kind oder ihren Freund bei diesem großen Schritt zu begleiten. „Es ist eine beeindruckende Veranstaltung“ und „Das geht einem durch Mark und Bein“ waren nur einige der Reaktionen, als die Bundesheer-Formation im Gleichschritt und mit dem Gewehr an ihrer Seite an ihren Platz schritt. Das Gelöbnis sprachen alle 251 Rekruten wie aus einem Mund aus und wurde über den gesamten Hauptplatz getragen. Für viele Angehörige war dieser Moment besonders bewegend, denn mit dem Gelöbnis beginnt für die jungen Rekruten eine Zeit, in der sie Verantwortung übernehmen und Teil einer neuen Gemeinschaft werden.

Das eigene Kind in Bundesheer-Gewand und mit Waffe zu sehen, wie es die Republik Österreich und ihr Volk zu schützen gelobt, war für viele Angehörige ein ungewohntes Bild. Gegen Ende der Angelobung forderte der Sprecher, Vizeleutnant Gerald Hofer, zu einem „militärischen Kuddelmuddel“ auf: eine Möglichkeit für die Angehörigen, ein Foto mit ihren Rekruten zu machen und sich kurz auszutauschen. Eine der sechs Rekrutinnen wählte das Bundesheer, um sich zur Militärärztin ausbilden zu lassen. „Die Angelobung ist schon etwas Besonderes. Ich habe mich sehr darauf gefreut und im Nachhinein war es noch cooler als erwartet,“ meinte sie im Beisein ihrer stolzen Eltern.

Zwischen Geschichte und Zukunft

In den zahlreichen Reden der Ehrengäste wurden die Eigenschaften Verantwortung, Kameradschaft und Respekt gegenüber anderen hervorgehoben, die beim Bundesheer besonders stark gelebt werden. Militärkommandant der Steiermark, Brigadier Mag. Heinz Zöllner, betonte bei seiner Ansprache den wertvollen Dienst der Rekruten als wichtigen Beitrag für die Sicherheit Österreichs.

Die Angelobung fand bewusst mitten am Hauptplatz statt – nicht abgeschirmt in einer Kaserne, sondern im Zentrum des Ortes. Dass sie in Friedberg stattfand, geht auf eine Bewerbung der Stadt aus dem Jahr 2021 zurück, so Bürgermeister Wolfgang Zinggl. Bei den anwesenden Rekruten kam diesmal allerdings keiner aus der Region, vielmehr stammten sie vom Überwachungsgeschwader aus Zeltweg, vom Versorgungsregiment 1 aus Gratkorn, von der Stabskompanie und Dienstbetrieb aus Graz sowie von der Flugbetriebskompanie aus Aigen im Ennstal.

Der Österreichische Kameradschaftsbund (ÖKB) nahm seine Aufgaben bei der Angelobung sehr ernst und wahrte sowohl die Geschichte als auch die Zukunft des Bundesheeres: Vor Beginn des Festaktes gedachten seine Mitglieder mit einer Kranzniederlegung bei der Kirche jener, die im Dienst für die Republik ihr Leben verloren haben. Im Anschluss begleiteten sie die jungen Rekruten fahnenhissend mit einer großen Abordnung auf ihrem Weg in den Grundwehrdienst.

Militär zum Angreifen

Bei dieser feierlichen Veranstaltung präsentierte das Bundesheer bei einer Leistungsschau seine Ausrüstung. Über Transport-LKWs, Mehrzweckfahrzeuge oder das Allschutzfahrzeug Dingo konnte man sich nicht nur informieren, sondern man erhielt auch die Gelegenheit, sich in die Fahrzeuge zu setzen und die Ausrüstung zu begutachten.

Die Militärpolizei aus Graz informierte die Besucher auf ihrem Stand über ihre umfangreichen Aufgaben, Aufnahmekriterien und ihren Arbeitsalltag.

Auch der Einsatz der Militärmusik Steiermark lockte zahlreiche Besucher an und machte die Veranstaltung besonders abwechslungsreich.

Den Abschluss bildete der Rückzug der Rekruten im Gleichschritt und in Formation über den Hauptplatz – viele Angehörige sahen ihnen nach, bis das letzte Stampfen der Stiefel verklungen war.