Eine Messe wie jede andere – und doch etwas Besonderes

18. März | WLZ 123 | Autorin: Stefanie Schadler

Kurzfristig meldete sich Kardinal Christoph Schönborn bei der Pfarre St. Peter, um die Sonntagsmesse zu halten. Das Interesse in der Pfarre war entsprechend groß.

Kardinal Schönborn war bei der Messe und auch danach sehr offen und zugänglich für die Anwesenden.

Einladung an Kardinal

Anlässlich seines 80. Geburtstags wurde am 18. Jänner im Wiener Stephansdom ein großes Dankfest für Kardinal Christoph Schönborn gefeiert. Pünktlich zu seinem 80. Geburtstag am 22. Jänner nahm Papst Franziskus zudem sein Rücktrittsgesuch als Erzbischof von Wien an. Unter den zahlreichen Gästen befanden sich auch Pfarrer Dechant Mag. Dietmar Orglmeister sowie der stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderats in St. Peter und Religionslehrer Mag. Walter Secco aus Sachsenbrunn. Besonders für Secco wurde es ein denkwürdiger Moment: Er durfte während der live im Fernsehen übertragenen Messe eine Fürbitte lesen. „Die Auswahl meiner Person war reiner Zufall“, erklärt er bescheiden.

Nach der Feier wollten Orglmeister und Secco die Gelegenheit nutzen, um mit dem Kardinal ins Gespräch zu kommen. Da dies nicht möglich war, hinterließen sie ihm stattdessen einen Brief – darin ein „Gutschein für eine Messe in St. Peter“, wie Secco lachend erzählt.

Ein überraschender Anruf

Wenige Wochen später sollte sich der Kontakt mit dem Kardinal auf unerwartete Weise vertiefen. Nach einem Unfall von Pfarrer Orglmeister war ein Ersatz für die Sonntagsmesse am 9. Februar notwendig. Die Nachricht erreichte auch Kardinal Schönborn – und offenbar erinnerte er sich an die Einladung aus St. Peter.

„Am Donnerstag bekam ich einen Anruf vom Vikariat mit der Information, dass sich der Kardinal in zehn Minuten bei mir melden wird“, erzählt Secco. Und tatsächlich: Zehn Minuten später klingelte das Telefon. Der Kardinal erkundigte sich persönlich, ob es ihm recht sei, wenn er als Vertretung die Messe halte. „Natürlich habe ich sofort zugesagt“, erinnert sich Secco. Schönborn hatte jedoch eine klare Bedingung: Es sollte eine ganz normale Sonntagsmesse werden – ohne besonderen Aufwand oder zusätzliche Ehrungen.

Locker und nahbar wie nie zuvor

Trotz der kurzfristigen Ankündigung verbreitete sich die Nachricht in Windeseile. Die Kirche war gut gefüllt, als Kardinal Schönborn am Sonntag die Messe hielt – genau so schlicht und bodenständig, wie er es sich gewünscht hatte. „Er hat wirklich eine tolle Predigt gehalten“, berichtet Secco begeistert.

Nach der Messe folgte ein gemeinsamer Frühschoppen im Gasthaus Bergland. Statt sich zurückzuziehen, nahm sich der Kardinal die Zeit, jeden einzelnen Besucher persönlich zu begrüßen. „Er hat eine Wurstsemmel gegessen, ein Bier getrunken und ist von Tisch zu Tisch gegangen“, erzählt Secco. Besonders beeindruckt zeigte sich der Kardinal von der in St. Peter gelebten Verbindung zwischen Kirche und Wirtshaus.

„Er war schon zwei- oder dreimal in St. Peter, aber so locker habe ich ihn noch nie erlebt“, bemerkt Secco. Er vermutet, dass der Rücktritt von seinem Amt eine Rolle spielte: „Es hat ihm offensichtlich gutgetan, einfach eine ganz normale Messe mit ganz normalen Menschen zu feiern.“

Zum Abschied versicherte Kardinal Schönborn Secco, dass er gerne wiederkomme. Ein Versprechen, das in St. Peter sicher gerne gehört wurde.