Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängern

20. Jänner 2026 | WLZ 131 | Autorin: Stefanie Schadler

Die richtige Umgebungstemperatur, Sauberkeit und clevere Gewohnheiten sorgen für einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln.

Dicke Gefäße mit einem Verschluss mit Gummilippe halten Motten ideal von Lebensmitteln fern.

Foto © Bettina Schopfhauser

Kleine Maßnahmen, große Wirkung

Prall gefüllte Einkaufstüten, die mühsam in die Küche geschleppt werden, gefolgt von einem abgrundtiefen Seufzer und der Frage: Wohin mit all den Lebensmitteln? Besuche im Supermarkt gehören zum Alltag dazu. Einige Lebensmittel werden alsbald verkocht, mit anderen stocken wir unsere Vorräte auf. Gerade bei letzteren spielt die richtige Lagerung eine entscheidende Rolle, damit sie länger genießbar bleiben. Zusätzlich sorgt die Lebensmittelsicherheit dafür, dass keine Keime entstehen, die beim Verzehr der Lebensmittel zu Erkrankungen führen können. Wer die unterschiedlichen Lebensmittel bei der richtigen Temperatur und in der richtigen Umgebung lagert, hält sie länger frisch, reduziert Lebensmittelabfall und spart Geld.

Richtige Nachbarschaft

Nach dem Kauf stellt sich oft die Frage, wo man welche Lebensmittel am besten aufbewahrt. Gute Organisation ist dabei bereits die halbe Miete. Viele Lebensmittel sind bei Temperaturen unter 25 Grad gut aufgehoben. Dazu zählen Brot, trockene Lebensmittel wie Haferflocken und Mehl, ungeöffnete Dosen, Gläser, Öle und Getränke. Die Vorratskammer bietet dafür die beste Umgebung, in der es idealerweise kühl, luftig und lichtgeschützt ist.

Auch Zitrusfrüchte, Bananen, Tomaten, Kartoffeln, Birnen und Zwiebeln finden hier den idealen Lagerort. Sie reifen bei Zimmertemperatur besser nach und bewahren dabei auch ihre Aromen besser.

Gerade bei Obst und Gemüse ist zudem die richtige Nachbarschaft wichtig. Sorten wie Äpfel, Birnen, Bananen, Nektarinen, Zwetschken und Tomaten reifen nach der Ernte weiter und geben dabei das Reifegas Ethylen ab. Dieses beschleunigt auch den Reifeprozess jener Früchte in ihrer Nähe, die empfindlich darauf reagieren – dazu zählen auch die ethylenproduzierenden Obst- und Gemüsesorten selbst. So reifen Bananen schneller, wenn sie neben Äpfeln gelagert werden.

Daher gilt: Ethylenabgebende Sorten sollten nach Möglichkeit einzeln und voneinander getrennt gelagert werden. Möchte man jedoch noch unreife Früchte schneller nachreifen lassen, kann dieser Effekt gezielt und positiv genutzt werden.

Wer Obst und Gemüse aus der Plastikfolie befreit, vermeidet zudem Kondenswasser, das die Keimbildung begünstigt und zur Schimmelbildung führen kann.

Motten vermeiden

Schmetterlinge sind schön anzusehen und meist gern gesehene Gäste – nicht jedoch jene Art, die sich manchmal in Küchen und Vorratsräumen ausbreitet: die Lebensmittelmotte. Von ihr gibt es mehrere Arten, die ähnliche Nahrungsmittel befallen, vor allem stärkehaltige Produkte wie Mehl, Nudeln, Nüsse und Samen, Dörrobst, Gewürze sowie Trockentiernahrung.

Ist Mehl mit Klümpchen oder feinen Fäden durchzogen, befinden sich weiße Raupen zwischen Schokostreuseln oder zeigt sich Bewegung im Müsli, ist das ein deutliches Zeichen für einen Befall. Auch Maden oder Gespinste in Lebensmitteln sowie eine auffällig große Zahl an Faltern weisen darauf hin. Klebefallen können helfen, einen Befall sichtbar zu machen, da sie ausgewachsene Männchen anlocken.

Um einem Befall vorzubeugen, reicht es nicht aus, Lebensmittel lediglich in Plastik- oder Schraubgläser zu füllen. Lebensmittelmotten gelangen durch kleinste Löcher und Ritzen und können sich etwa auch an Lebensmittelresten auf Schraubdeckeln aufhalten, bis dieser geöffnet wird und sie in das Gefäß gelangen. Vorratsbehälter sollten daher möglichst dickwandig und luftdicht sein und idealerweise über einen Verschluss mit Gummilippe verfügen.

Ist es bereits zu einem Befall gekommen, können Schlupfwespen helfen. Diese etwa 0,4 Millimeter großen Nützlinge spüren die Motteneier auf und machen sie unschädlich. Sind keine Motteneier mehr vorhanden, sterben auch die Schlupfwespen ab und werden Teil des Hausstaubs.

Gekühlt mit Konzept

Im Kühlschrank finden jene Lebensmittel den idealen Ort, die Kälte gut vertragen oder die ohne sie verderben würden. Dabei sind die unterschiedlichen Kühlschranktemperaturen zu berücksichtigen. In der Obst- und Gemüselade sowie in der Tür ist es am wärmsten. Beeren, Sprossen, Äpfel und Karotten finden in dem für sie vorgesehenen Fach einen idealen Ort.

Empfindliche Lebensmittel wie Fleisch und Fisch sollten über der Gemüselade lagern, da es dort bei Temperaturen um die fünf Grad am kältesten ist. Bei dieser Temperatur wird das Wachstum der meisten Keime verlangsamt oder gestoppt.

Auch die Organisation im Kühlschrank ist wichtig: Unterschiedliche Lebensmittel sollten in unterschiedlichen Behältern wie verschließbaren Dosen gelagert werden. So vermeidet man, dass Flüssigkeiten auf andere Lebensmittel kommen. Schimmelkäse sollte getrennt von anderen Käsesorten lagern, da neben ihm anderer Käse schneller zu schimmeln beginnt.

Um die Temperatur im Gerät stabil zu halten, sollten warme Speisen nicht sofort in den Kühlschrank gestellt werden, sondern zuvor rund zwei Stunden abkühlen. Dann sind sie meist für zwei bis drei Tage haltbar. Generell sollte die Kühlschranktür nur kurz geöffnet werden, um etwas herauszunehmen.

Lebensmittel, die zuerst verbraucht werden müssen, platziert man weiter vorne, und damit die Luft zirkulieren kann, sollte der Kühlschrank nicht überfüllt sein.

Haltbarkeit einfrieren

Im Gefrierfach behalten gefrorene Lebensmittel ihre Nährstoffe und Qualität sehr gut, aber auch hier gibt es Empfehlungen. Bei minus achtzehn Grad oder weniger halten fast alle Lebensmittel zehn Monate lang, sofern sie auch in gefriergeeigneten Behältern oder Gefrierbeuteln aufbewahrt werden. Ungeeignet sind zum Beispiel Pergamentpapier, Joghurt- oder Margarinebecher oder Gläser, die brechen oder splittern können. Diese lassen Sauerstoff oder Gerüche durchdringen. Durch zu viel Luft entsteht Gefrierbrand, der die Oberfläche austrocknet und sie grau werden lässt. Das Ergebnis? Weniger Geschmack und schlechtere Qualität.

Das Säubern und Zerkleinern sollten vor dem Einfrieren passieren und das Auftauen erfolgt am besten im Kühlschrank oder unmittelbar vor dem Kochen. Erneutes Einfrieren von schon aufgetautem nicht gekochtem Essen wird nicht empfohlen. Der Grund? Viele Keime sterben bei Minusgraden nicht ab und können sich nach dem Auftauen wieder vermehren. Deshalb sollte bereits aufgetautes rohes Fleisch oder aufgetauter Fisch vor dem nochmaligen Einfrieren auf jeden Fall – bei mindestens 70 Grad für zwei Minuten im Kern des Lebensmittels – durchgegart werden. Ausnahme: Wenn etwas nur angetaut oder die Auftauphase kurz war, verursacht das Wiedereinfrieren keine gesundheitlichen Probleme, allerdings können die Qualitätsverluste drastisch sein.

Regelmäßige Reinigung

Keime können sich zwischen Lebensmitteln übertragen – da wird ein verschmutzter Kühlschrank schnell zu einer Keimhöhle, da sich manche Keime darin weiter vermehren. Dem lässt sich vorbeugen , indem man den Kühlschrank alle vier bis sechs Wochen mit einem haushaltsüblichen Reiniger oder Essigwasser putzt sowie Schwitzwasser und Feuchtigkeit entfernt. So vermeidet man Keime und schlechte Gerüche. Eine Generalreinigung inklusive Ausräumen aller Lebensmittel sollte mindestens zweimal im Jahr erfolgen. Etwaige Verschmutzungen werden am besten sofort beseitigt.

Dasselbe gilt für den Gefrierschrank: ein- bis zweimal im Jahr abtauen und mit warmem Wasser und mildem Spülmittel reinigen. Vor dem Wiederbefüllen trocknen lassen, um eine Keimbildung zu verhindern.