Künstliche Intelligenz als neues Werkzeug
18. März 2026 | WLZ 133 | Autorin: Stefanie Schadler
Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt und stellt neue Anforderungen an die Beschäftigten. Das Arbeiten mit ihr erfordert Fachwissen und digitale Kompetenz.
Foto © Freepic MICHAELA ZOLAKOVA
KI in Betrieben angekommen
Eine E-Mail schreiben, Texte zusammenfassen oder einen Rechnungskopf erstellen – Aufgaben, für die früher mehrere Minuten und Arbeitsschritte notwendig waren, erledigt heute oft eine KI in nur wenigen Sekunden. Immer mehr Menschen nutzen KI-Werkzeuge im Arbeitsalltag.
Laut Statistik Austria sind heute fast alle Unternehmen digital vernetzt. Rund 99 Prozent haben einen Internetzugang – eine wichtige Grundlage für den Einsatz moderner Technologien. Dabei setzen bereits 30 Prozent der befragten Unternehmen KI-Technologien ein, besonders häufig im Dienstleistungsbereich. Größere Unternehmen setzen deutlich häufiger KI ein als kleine Betriebe. Innerhalb der Unternehmen kommt KI besonders häufig im Marketing sowie im Management und bei der Organisation betriebswirtschaftlicher Prozesse zum Einsatz.
Interessant ist auch die Frage, warum Unternehmen KI-Technologien noch nicht einsetzen: An erster Stelle steht fehlendes internes Fachwissen. Nur fünf Prozent der Unternehmen sehen hingegen keinen Nutzen in diesen Technologien.
Die Ergebnisse zeigen: Künstliche Intelligenz ist in vielen Unternehmen bereits angekommen. Gleichzeitig stehen viele Betriebe noch am Anfang – vor allem weil es an Fachwissen und Erfahrung im Umgang mit den neuen Technologien fehlt.
KI unterstützt, entscheidet aber nicht
Auch Forschungseinrichtungen wie das Austrian Institute of Technology beschäftigen sich mit dem Einsatz von KI im Arbeitsalltag. Dabei steht der Ansatz der „Human-Centered AI“ im Mittelpunkt: Künstliche Intelligenz soll Menschen bei ihrer Arbeit unterstützen und ihnen Entscheidungen erleichtern, ohne die Kontrolle zu übernehmen. Studien zeigen, dass Menschen künstliche Intelligenz vor allem dann als positiv bewerten, wenn sie weiterhin die Kontrolle behalten und einen Nutzen darin sehen. Das Analysieren großer Datenmengen durch die KI stellt zum Beispiel eine große Arbeitserleichterung dar, wobei die Empfehlungen der KI menschliche Entscheidungen unterstützen können.
Warum also nicht alles der KI überlassen? KI-Systeme können Informationen falsch interpretieren oder unvollständige Ergebnisse liefern. Das kritische Prüfen der Ergebnisse und das benötigte Fachwissen sind daher weiterhin entscheidend, um die KI sinnvoll im Arbeitsalltag einzusetzen.
Fachwissen weiterhin entscheidend
Experten unterscheiden beim Einsatz von künstlicher Intelligenz zwischen Automatisierung und sogenannter „Augmentation“. Während Automatisierung Aufgaben vollständig übernimmt, darunter zum Beispiel Roboter in der Produktion, unterstützt Augmentation den Menschen bei seiner Arbeit. Viele aktuelle KI-Anwendungen gehören dieser zweiten Kategorie an: Sie helfen beim Schreiben von Texten, bei der Analyse von Daten oder bei organisatorischen Aufgaben. Die Sorge, dass KI Menschen ihre Arbeit wegnimmt, wird dadurch relativiert, dass sie lediglich Arbeitsweisen verändert. Vor allem Berufe mit vielen Routinearbeiten wie Büroarbeit, Marketing oder Verwaltung sind besonders davon betroffen, weshalb KI häufig zuerst in Bürosoftware auftaucht.
Mit dem Einsatz von KI verändern sich auch die Anforderungen an einen Job: Es sind neue Kompetenzen nötig, damit die Beschäftigten mit KI-Technologien auch umgehen können. KI wird damit immer mehr zu einem Werkzeug im Arbeitsalltag. Entscheidend bleibt, wie Menschen diese Technologie einsetzen und kontrollieren.



