Künstliche Intelligenz: Was sie heute kann – und was nicht
20. Jänner 2026 | WLZ 131 | Autorin: Stefanie Schadler
Ob Serienempfehlungen, Spracherkennung oder digitale Assistenten – Künstliche Intelligenz ist längst angekommen. Der folgende Überblick zeigt, was KI heute leisten kann, wie sie funktioniert und warum sie weder allwissend noch allmächtig ist.
KI verständlich erklärt
Streamingdienste schlagen uns Serien oder Musik genau nach unserem Geschmack vor. Handys erkennen über die Kamera automatisch Gesichter, und mit Chatbots können wir uns schriftlich oder mündlich unterhalten. Künstliche Intelligenz (KI) ist in der Gegenwart angekommen und schon lange kein Zukunftsthema mehr.
KI bezeichnet im Grunde Computerprogramme, die Aufgaben selbstständig lösen, sich dabei unbekannten Situationen anpassen und darauf reagieren. KI lernt, aber immer auf Basis jener Daten, zu denen sie Zugriff hat.
KI ist dabei nicht mit dem menschlichen Gehirn vergleichbar. Die Idee einer Maschine mit Bewusstsein, Gewissen und eigenen Überzeugungen ist eine Zukunftsvision, die im Diskurs als starke KI bezeichnet wird. Heutige KI-Systeme werden stattdessen als schwache KI klassifiziert, die gelernt hat, aus Daten Handlungen abzuleiten. Dazu gehören zum Beispiel Navigationssysteme, Spracherkennung und die individuelle Anzeige von Werbung. Somit ist KI zwar stark verbreitet, aber nicht allmächtig.
Von Chatbots und Bildgeneratoren
Wenn wir im Alltag von KI sprechen, sind meist KI-Tools gemeint, die auf Basis von Texten und Bildern agieren. So verarbeitet, analysiert und generiert Sprach-KI die menschliche Sprache in ihren verschiedenen Formen. Da wäre ChatGPT, das textbasierte Daten verarbeitet, aber auch die Speech-to-Text-Technologie, die z. B. durchsuchbare Transkripte aus Interviews und Meetings erzeugt. Dabei identifiziert die Technologie unterschiedliche Sprecher und erstellt Aufgaben, Zuweisungen und vieles mehr.
Die Bild-KI wird mit einer Unzahl von Bildern und deren Beschreibung trainiert, um über Texteingaben, sogenannte Prompts, auf diese zuzugreifen. Sie kombiniert diese zu einem einzigartigen neuen Bild, das den Vorstellungen des Nutzers entspricht.
KI als Werkzeug im Arbeitsalltag
Für zahlreiche Unternehmen bieten KI-Datenverwaltungstools ein enormes Potenzial, um Zeit einzusparen und Prozesse zu optimieren. In jeder Firma häufen sich Unmengen an Daten an – seien es Finanztransaktionen oder Kundenpräferenzen. KI-Tools erkennen darin Muster, erstellen Gruppierungen und Verknüpfungen. Diese dadurch erhaltenen Informationen können bei der unternehmerischen Entscheidungsfindung unterstützen und einen erheblichen Wettbewerbsvorteil verschaffen.
Auch Betriebe im Wechselland haben das bereits erkannt. Dabei profitiert jede Branche auf unterschiedliche Weise: Im Tourismus kann sie in der Gästekommunikation und im Marketing eingesetzt werden, Kfz-Werkstätten nutzen sie bei der Fehlerdiagnose oder in der Ersatzteilverwaltung. Auch Klein- und Mittelbetriebe sparen bei Themen wie der Angebotserstellung und in der Organisation durch KI Zeit.
Für die kommenden Ausgaben werden wir einzelne Aspekte von KI in den Vordergrund rücken. Antworten auf Fragen, wie sie den Alltag entlasten kann oder wo es Zeitersparnisse für Betriebe gibt, sowie Datenschutz, Verantwortung und Weiterbildung werden thematisiert. Auch Stimmen mit regionalen Beispielen sollen zu Wort kommen, sei es aus Betrieben, Schulen oder der Familie.
Kleines KI-Lexikon:
Machine Learning (ML) – Maschinelles Lernen
Maschinelles Lernen bezeichnet Verfahren, bei denen Computersysteme aus Daten lernen, ohne dafür explizit programmiert zu werden. Je mehr relevante Daten zur Verfügung stehen, desto besser erkennt das System Muster und verbessert seine Ergebnisse.
Large Language Models (LLM)
Large Language Models sind KI-Systeme, die mit sehr großen Textmengen trainiert wurden, um Sprache zu verstehen und selbst zu erzeugen. Sie bilden die Grundlage für Anwendungen wie Chatbots, automatische Textzusammenfassungen oder Übersetzungen.
Data Analytics / Data Mining
KI-gestützte Datenanalyse beschreibt die Auswertung großer Datenmengen, um Muster, Zusammenhänge und Trends zu erkennen. Unternehmen nutzen diese Technologie, um Entscheidungen datenbasiert zu treffen, Prozesse zu optimieren oder Kundenverhalten besser zu verstehen.



