Maßnahmen gegen Wintermüdigkeit

20. Jänner 2026 | WLZ 131 | Autorin: Stefanie Schadler

Gerade in den Wintermonaten fühlen sich viele Menschen energielos; dabei sorgen bereits wenige gezielte Maßnahmen für einen enormen Energieschub.

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Äußeren Einflüssen entgegenwirken

Viele Menschen fühlen sich aktuell müder als sonst – und das, obwohl sie eigentlich gut schlafen. Das ist ganz normal und hat mehrere Gründe. Zum einen verändert der Winter unsere Biologie: Durch den Lichtmangel wird das Schlafhormon Melatonin verstärkt produziert, während der Serotoninspiegel sinkt. Dadurch entsteht ein Gefühl der Antriebslosigkeit. Kommen zu diesen körperlichen Faktoren noch ständige Erreichbarkeit und hoher Leistungsdruck im Berufsalltag hinzu, gerät das Energieniveau weiter unter Druck. Unerledigte Aufgaben zu Hause lassen oft kaum Raum für echte Pausen. Und selbst ausreichend Schlaf bedeutet nicht automatisch Erholung: Unregelmäßige Schlafenszeiten, spätes Abendessen und Grübeln im Bett verhindern, dass sich der Körper wirklich regeneriert.

Sofortige Energiebooster

Auch wenn der Nebel die Sicht versperrt und sich die Temperatur durch das regennasse Wetter noch kälter anfühlt: Nehmen Sie sich 20 Minuten und gehen Sie an die frische Luft – am besten zur Mittagszeit und entlang lichtreicher Wege. Im Wechselland sei zu diesem Thema der Waldlehrpfad in Feistritz am Wechsel genannt oder die zahlreichen „Tut gut“-Wanderwege in den niederösterreichischen Gemeinden.

Gerade nach dem Mittagessen ist die Müdigkeit meist besonders spürbar: Wer die Möglichkeit eines Power Naps hat, profitiert von einer gesteigerten Konzentration. Aber Achtung! Das Schläfchen sollte nicht länger als 20 Minuten dauern, ansonsten hat es den gegenteiligen Effekt.

Auch die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle in Bezug auf unsere Energie. Besonders Zucker ist tückisch, da er ein kurzes Hochgefühl verschafft, gefolgt von einem tiefen Absturz. Bessere Alternativen sind Obst – das meist ohnehin zu kurz kommt – und Nüsse. Beides kann man auch miteinander kombinieren, indem man z. B. einen Teelöffel Nussmus auf einem Apfel verteilt.

Schon oft gehört, noch öfter vernachlässigt: Reduzieren Sie die Bildschirmzeit vor dem Schlafengehen. Das blaue Licht hemmt die Produktion des Schlafhormons Melatonin und beeinträchtigt dadurch den Schlaf. Überlegen Sie sich anstelle von Fernseher und Handy eine alternative 30-minütige Offline-Routine vor dem Zu-Bett-Gehen, zum Beispiel mit einem Buch, Musik oder einem Dehn- und Entspannungsprogramm.

Langfristige Maßnahmen

Tun Sie sich und ihrem Körper etwas Gutes und schreiben Sie sich zum Beispiel für einen Yoga-Kurs ein. Im Wechselland gibt es zahlreiche Angebote, um Körper und Geist mit Körper- und Atemübungen sowie Meditation in Einklang zu bringen. Das ist nach einem intensiven Arbeitstag ein ideales Programm zum Runterkommen.

Wer unter Verspannungen leidet oder sich während der Arbeit einseitig belastet, findet eventuell Gefallen an einer Massage. Mithilfe regelmäßiger Besuche werden Muskelverhärtungen mehr und mehr gelöst und Schmerzen dadurch gelindert – und das sorgt wiederum für einen besseren Schlaf.

Oft packen wir unsere 24 Stunden bis oben hin voll mit Aktivitäten, sei es der Haushalt, Treffen mit Freunden oder andere Hobbys – es sollte stattdessen eine gesunde Balance zwischen aktiven Blöcken und Erholungstagen geschaffen werden, zu denen nicht nur das Wochenende zählt. Selbst das Einkaufen von Lebensmitteln auf zwei Tage in der Woche zu reduzieren, kann bereits eine enorme Entlastung bedeuten.

Müdigkeit ist kein Normalzustand, sondern ein Fingerzeig unseres Körpers, etwas zu ändern. Dabei genügen bereits kleine Veränderungen im Alltag, um Energie zurückzugewinnen. Wichtig ist, nicht zu viel auf einmal zu ändern, sondern einfach heute zunächst einmal mit einer Sache zu beginnen.