Vom Bauunternehmen zum patentierten Forschungsstandort

25. August 2026 | WLZ 137 | Autorin: Stefanie Schadler

Vor 30 Jahren gründete Ing. Andreas Höfer das Baustudio Höfer in Otterthal. Was als klassisches Bauunternehmen begann, entwickelte sich Schritt für Schritt weiter – bis hin zur Forschung an energieautarken Gebäuden und einem europaweit geschützten Patent.

Univ. Prof. Dipl.Ing. Dr.techn. Uwe Wilhelm Drofenik von der TU Wien bei der EU-Patentübergabe: „Was in den Universitäten seit über 20 Jahren theoretisch berechnet wird, wird hier erstmals praktisch umgesetzt.“

30 Jahre Weiterentwicklung

Vor 30 Jahren mit rund sechs Mitarbeitern gegründet, beschäftigt sich das Baustudio Höfer aus Otterthal heute nicht nur mit der Planung und Ausführung von Gebäuden, sondern auch mit Energietechnik und Forschung. Seit rund 20 Jahren engagiert sich Geschäftsführer Ing. Andreas Höfer außerdem beim niederösterreichischen und österreichischen Feuerwehrverband. Dadurch entstanden zahlreiche Planungen von Feuerwehrhäusern und systemrelevanter Infrastruktur.

Mit rund 50 Mitarbeitern wird das Baustudio weiterhin als Familienbetrieb geführt. Die beiden Söhne Dominik und Fabian arbeiten nicht nur aktiv an der Zukunft des Unternehmens mit, sondern treten mittlerweile als Baumeister direkt in die Fußstapfen des Vaters. „Mit meinen Söhnen gemeinsam die Firma weiterentwickeln, das ist eine tolle Geschichte“, so Höfer.

Je mehr Gebäude mit komplexer Energieversorgung geplant wurden, desto deutlicher zeigte sich ein Problem: Für Photovoltaik, Batteriespeicher oder Wasserstoff existierten zahlreiche Einzellösungen – ein Gesamtsystem, das alle Bereiche verbindet, fehlte jedoch. Genau daraus entstand die Idee für die firmeneigene Versuchsanstalt.

Theorie in die Tat umgesetzt

Ein Ergebnis dieser Forschungstätigkeit ist das europaweite Patent, das der Firma am 18. Februar 2026 erteilt wurde. Das Patent beschreibt ein Energiesystem, das möglichst jede erzeugte Energie im Gebäude nutzt. Strom aus der Photovoltaikanlage wird zunächst direkt verbraucht, Überschüsse werden in Batterien oder als Wasserstoff gespeichert. Auch die entstehende Wärme wird nicht verschwendet, sondern später zum Heizen genutzt. „Keine Energie geht verloren. Sie wird gespeichert und wiederverwendet“ bringt es Höfer auf den Punkt. Eine Mess- und Regeltechnik simuliert dabei unterschiedliche Gebäudetypen – vom Einfamilienhaus über Veranstaltungsbereiche bis hin zu Krankenzimmern. So kann die Energie je nach Bedarf optimal verteilt werden.

Zweieinhalb Jahre nach der Patentanmeldung wurde dieses am 27. Juni im Zuge der 30-Jahrfeier offiziell überreicht. Mit dem europäischen Patent sieht die Familie Höfer ihre jahrelange Entwicklungsarbeit bestätigt. Dafür waren laut Höfer nicht nur eine technische Ausbildung auf akademischem Niveau und umfangreiche Recherchen mit den richtigen Partnern notwendig: „Entscheidend ist auch das Teamwork innerhalb der Familie, Mut zu Neuem sowie übergreifendes technisches Verständnis mit Weitblick und vor allem Hausverstand“.

Künftig soll das System gemeinsam mit Partnern aus der österreichischen Bauwirtschaft weiterentwickelt und in die Praxis gebracht werden.