Kreislauf im Garten unterstützen

29. April 2026 | WLZ 134 | Autorin: Stefanie Schadler

Was im Garten abgeschnitten wird, kommt später als Nährstoff wieder zurück ins Beet. Wer Küchen- und Gartenabfälle als Kompost oder Mulch weiterverwendet, unterstützt den natürlichen Kreislauf im Garten – und lässt Abfälle für sich arbeiten.

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Abfälle weiterverwenden

Rasen- und Heckenschnitt, Laub oder Küchenabfälle fallen in jedem Haus und Garten an – und werden oft entsorgt. Dabei sind sie die Grundlage für neue, fruchtbare Erde. Jeder Garten ist ein Mini-Ökosystem, in dem vieles auf natürliche Weise entsteht. Mit kleinen Tricks und bewussten Handlungen kann man dieses System unterstützen und für sich arbeiten lassen. Anstatt die Abfälle zu entsorgen, können sie im natürlichen Kreislauf wertvolle Dienste leisten, da der Boden mit der Zeit Nährstoffe verliert. Über den Kompost können diese auf natürliche Weise eingebracht werden. Er ist ein organischer Dünger und hilft dabei, Abfälle zu verwerten, anstatt sie zu entsorgen.

Kompost ist reich an Mikronährstoffen, Bakterien und Pilzen und unterstützt das Wachstum von Pflanzen sowie die Bodenfruchtbarkeit. Typischerweise besteht er aus einem Gemisch aus Pflanzenmaterialien wie Blättern, Grasschnitt und Lebensmittelabfällen, was ihn dunkelbraun bis schwarz färbt. Oft wird Kompost mit Humus gleichgesetzt, doch tatsächlich gibt es Unterschiede: Humus entsteht im Boden über lange Zeit, enthält weniger Nährstoffe und wird meist zur Strukturverbesserung des Bodens genutzt. Kompost wird stattdessen gezielt als Nährstofflieferant eingesetzt.

Kompost herstellen

Der einfachste Weg, um Kompost selbst herzustellen, ist ein Komposthaufen. Er sollte an einem halbschattigen Platz angelegt werden, der gut durchlüftet ist. Der Kontakt zum Boden ist wichtig, damit Regenwürmer und Mikroorganismen hineinwandern können. Außerdem hilft es beim Abfließen von Wasser und verhindert Staunässe und Fäulnis. Um Wege möglichst kurz zu halten, sollte der Komposthaufen in der Nähe der Küche beziehungsweise des Hauses platziert werden.

Bei der Materialauswahl wird grob zwischen Grün- und Braunmaterial unterschieden. Grünschnitt ist feucht und stickstoffreich; dazu zählen Rasenschnitt, Gemüsereste, Kaffeesatz und frische Pflanzenabfälle. Trockenes Braunmaterial ist kohlenstoffreich wie Laub, Stroh, Holzhäcksel und zerkleinerte Äste. Um die Zersetzung zu beschleunigen, sollten die Materialien möglichst zerkleinert und regelmäßig umgeschichtet beziehungsweise gewendet werden. So kommt Sauerstoff hinzu, der den Prozess ebenfalls positiv beeinflusst.

Je nach Pflege dauert es in der Regel sechs bis zwölf Monate, bis aus Garten- und Küchenresten Kompost wird. Fertiger Kompost bringt als natürlicher Dünger Nährstoffe ins Gemüsebeet oder unterstützt Starkzehrer wie Tomaten. Auch als Bodenverbesserer oder unter Sträucher gemischt verbreitet er seine positive Wirkung.

Mulch als Schutzschicht

Ein weiterer wichtiger Helfer im Garten ist Mulch. Im Gegensatz zu Kompost schützt er in erster Linie den Boden, speichert Feuchtigkeit und verhindert das Wachstum von Unkraut. Er besteht aus nicht verrottetem organischem Material wie Grasschnitt, Stroh, Sägespäne oder zerkleinerte Rindenstücke. Mit der Zeit verrottet aber auch Mulch, wodurch er am Ende schließlich auch zum Nährstoffversorger wird.

Mulch lässt sich aus Gartenabfällen wie Ästen, Laub oder Rasenschnitt gut selbst herstellen. Dabei ist ein Mix aus groben und feinen Materialien ideal, bestehend aus Ästen und Zweigen, Laub und Grasschnitt. Da Mulch anfangs Stickstoff entzieht, wird er gerne mit Kompost durchmischt: Während Kompost den Boden verbessert, schützt Mulch die oberste Schicht und gibt Feuchtigkeit langsam ab. Pflanzen, die einen sauren Boden lieben, profitieren besonders von Rindenmulch. Dazu zählen Rhododendren, Heidelbeeren, Hortensien, Tomaten, Kartoffeln und Narzissen.

Beim Ausbringen ist eine möglichst gleichmäßige, geschlossene Fläche das Ziel. Das wird meist mit einer Mulchschicht von fünf bis acht Zentimetern erreicht. Ist die Schicht stärker, können die Holzstücke zu schimmeln beginnen. Ist sie hingegen dünner, kann sie nicht mehr vor Flugsamen von Unkräutern schützen und auch die Temperatur nicht optimal regulieren.

Der Mulch sollte die Pflanzenstängel nicht direkt berühren, da die gespeicherte Feuchtigkeit Pilze und Fäulnis fördert. Mulch ist ideal für Sträucher, Beete und Wege.

Gartenhelfer richtig nutzen

Bei der Ausbringung hat sich beim Kompost der Frühling bewährt. In dieser Zeit benötigen die Pflanzen die zusätzlichen Nährstoffe besonders für ihr Wachstum. Im Herbst ausgebracht, wirkt Kompost eher als schützende Schicht. Die Nährstoffe werden aufgrund der Kälte langsamer freigesetzt und stehen den Pflanzen erst im Frühjahr wieder zur Verfügung.

Rindenmulch hingegen kann im Prinzip ganzjährig ausgebracht werden, am besten aber außerhalb der Vegetationsperiode im Frühjahr oder Herbst. So werden die Pflanzen durch den Mulch nicht beschädigt und die Mulchschicht zersetzt sich nicht zu stark. Der Zeitpunkt der Ausbringung hat direkten Einfluss auf seinen Nutzen für die Pflanzenwelt. Erfolgt sie zeitig im Frühling, bereitet der Mulch den Boden für die Wachstumsperiode vor. Im Herbst dient er als Kälteschutz für Pflanzen. Wie oft gemulcht werden sollte, lässt sich nicht genau sagen. Solange eine geschlossene Schicht besteht, ist erneutes Mulchen nicht notwendig. Sind erste Lücken sichtbar, kann dagegen auch im Sommer zur Sicherheit neues Material darauf verteilt werden.

Auch zur Wegegestaltung wird er gerne genutzt, zum Beispiel für Gartenwege oder Wegbegrenzungen. Bei dieser kostengünstigen Nutzung findet außerdem keine Bodenversiegelung statt. Regenwasser fließt einfach durch die Mulchschicht ab. Aber auch hier muss die Schicht in der Regel mindestens einmal im Jahr erneuert werden.

Anstatt Abfälle einfach wegzuwerfen, können sie stattdessen im Garten den natürlichen Kreislauf sinnvoll unterstützen. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig, ob im großen oder kleinen Rahmen. Wer Kompost und Mulch selbst herstellt, hat zudem die Kontrolle über dessen Zusammensetzung und Qualität.

Was gehört auf den Kompost – und was nicht?

Das darf auf den Kompost:

• Rohes Gemüse und heimisches Obst

• Teebeutel und -blätter

• Kaffeesatz

• Eier- und Nussschalen

• Rasenschnitt, Laub sowie Strauch- und Baumschnitt

• Unkraut (ohne Samen)

• Mist von Pferden, Rindern oder Schafen

(nur wenn die Tiere nicht mit Antibiotika behandelt wurden)

Nur in Maßen geeignet:

• Schalen von Zitrusfrüchten (Orangen, Zitronen, Mandarinen, Grapefruits)

• Südfrüchte wie Bananen oder Ananas

Hinweis: Zitrusschalen zersetzen sich langsamer und können durch ihren Säuregehalt Mikroorganismen im Kompost beeinflussen. In kleinen Mengen sind sie jedoch unbedenklich.

Das gehört nicht auf den Kompost:

• Fleisch-, Fisch- und Milchprodukte (ziehen Ratten und andere Tiere an)

• chemisch behandelte Materialien (z. B. gespritzte Lebensmittel oder Schnittblumen aus dem Handel)

• Unkraut mit Samen

• Pflanzen mit starker Ausbreitung z. B. Brombeeren (können wieder austreiben)