Als Gemeinschaft Brauchtum pflegen
18. März 2026 | WLZ 133 | Autorin: Stefanie Schadler
Ob Maibaum-Aufstellen, Bauernball oder Pfingstfest – viele Veranstaltungen in Schäffern tragen die Handschrift der Landjugend. Mit gemeinsamen Aktivitäten wird auch das Kennenlernen untereinander gestärkt.
Die Mitglieder der Landjugend Schäffern engagieren sich das ganze Jahr über bei Veranstaltungen und bei der Pflege des regionalen Brauchtums.
Foto © LJ Schäffern
Vielfältige Aktivitäten
Mit der Pflege des Brauchtums und dem Pfingstfest als „bestes Fest in Schäffern“ hat die Landjugend Schäffern einen fixen Stellenwert in der Gemeinde. Leiterin Jennifer Osterbauer freut sich über konstante 95 Mitglieder zwischen 15 und 30 Jahren. Neue Mitglieder erreichen sie vor allem durch die Kennenlerntage für Firmlinge, in denen sie die Organisation vorstellen. Jedes Jahr treten dadurch rund fünf neue Mitglieder bei. Auch für Osterbauer war das der Start für ihr Engagement in der Landjugend. Mittlerweile ist sie bereits seit sieben Jahre dabei und sogar Leiterin mit mehr Verantwortung.
Ursprünglich wurde die Landjugend Österreich in den 50er-Jahren gegründet, damals als „Ländliches Fortbildungswerk“ mit dem Schwerpunkt auf der fachlichen Weiterbildung der bäuerlichen Jugend. Mit der Zeit wurden auch immer mehr Jugendliche mit nicht-bäuerlichem Background Mitglieder, woraufhin sich der Verein öffnete und weitere Aufgaben übernahm. Eine davon ist die Pflege des Brauchtums, die auch die Landjugend Schäffern wahrnimmt. So sind sie für das Maibaum-Aufstellen und für die Polonaise beim Bauernball verantwortlich. Weiters flechten sie die Erntekrone – „ein Brauch, der vermutlich ausstirbt, wenn ihn die Landjugend nicht mehr ausübt“, so Osterbauer. Auch eine Schuhplattlergruppe hat sich innerhalb des Vereins gegründet, mit der sie unter anderem auch in Pflegeheimen auftreten. „Hier kommen junge und alte Mitglieder zusammen, lernen sich kennen und haben gemeinsam Spaß“, so Osterbauer.
Lernen fürs Leben
Neben dem Kennenlernen untereinander sieht Osterbauer vor allem die Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit als großen Vorteil für die Mitglieder. „Man lernt viel dazu und muss auch mit anderen Vereinen zusammenarbeiten. Man erfährt ein Gemeinschaftsgefühl, übernimmt Verantwortung und muss beweisen, dass sich andere auf einen verlassen können.“ Osterbauer selbst habe viel fürs Leben gelernt, etwa Prioritäten zu setzen und sich durchzusetzen – wenn es sein muss auch gegenüber Älteren. Sie selbst organisiert gerne, was zum Beispiel die Vorbereitungen für den Nikolaus betrifft oder jene für das bevorstehende Pfingstfest am 24. Mai, die bereits am Laufen sind.
Natürlich sind solche Veranstaltungen auch aufwendig für die Mitglieder, die in unterschiedlichen Bereichen eingeteilt werden. Um die Mitglieder in der Landjugend halten zu können, sind neben den Arbeitseinsätzen auch Aktivitäten wie Wanderungen und Ausflüge ein wichtiger Teil des Landjugendjahrs in Schäffern. „Als Vorstand muss man für die Leute auch etwas tun und sie nicht nur für sich arbeiten lassen“, so die Leiterin.
Für den Verein und seine Zukunft wünscht sie sich, dass es so weitergeht wie bisher. Und auch wenn es beim Vorstand immer wieder zu Änderungen kommt, hofft sie auf engagierte Leute, die die Positionen wieder auffüllen und die Arbeit motiviert fortsetzen.



