Bauernmärkte: Zwischen Neustart und Herausforderungen
29. April 2026 | WLZ 134 | Autorin: Stefanie Schadler
Regionale Produkte, persönliche Gespräche und kurze Wege machen Bauernmärkte attraktiv. Gleichzeitig zeigt sich: Märkte entwickeln sich weiter und stehen vor neuen Herausforderungen.
Regionale Produkte kennenlernen und mit Händlern ins Gespräch kommen: Für eine Gemeinde und die Region ist ein Bauernmarkt eine Bereicherung.
Einkauf ohne Umwege
Lockere Gespräche, Schmökern und Einkaufen – ein Bauernmarkt bietet mehr als nur regionale Produkte. Es herrscht ein reger Austausch zwischen Produzenten und Konsumenten, es werden Tipps zu Rezepten und Lagerung ausgetauscht. Und auch der persönliche Austausch kommt dabei nicht zu kurz. Ein Bauernmarkt ist lebendig und eine wichtige Einrichtung für Gemeinde und Region.
Wer hier einkauft, entscheidet sich bewusst für einen regionalen Einkauf, unterstützt kurze Transportwege und die regionale Landwirtschaft. Besonders im April und Mai erfährt der Bauernmarkt ein gesteigertes Interesse. Die Küche passt sich der neuen Jahreszeit an, wird leichter und vielfältiger. Gerade jetzt freut man sich auf die ersten Salate wie Rucola und Vogerlsalat, aber auch über Radieschen aufs Brot und Rhabarber als süßer Begleiter.
Die Vielfalt auf den Äckern der heimischen Landwirte beginnt sich erst jetzt so richtig zu entfalten. Mit jedem Monat kommen neue Obst- und Gemüsesorten dazu, was auch unsere Teller bunter und abwechslungsreicher macht.
Markt als Attraktivierung
Ein Bauernmarkt ist der ideale Rahmen, um Produkte direkt von den Bauern aus der Region zu kaufen. Neu ist der Schmankerl- und Genussmarkt in Aspang-Markt, der von der Gemeinde und dem Verein Pro Aspang organisiert wird. Von April bis Oktober werden an jedem zweiten Samstag im Monat, jeweils von neun bis vierzehn Uhr, regionale Produkte am Aspanger Hauptplatz angeboten.
Das Angebot der rund 30 Direktvermarkter umfasst unter anderem Fisch, Fleisch und Kräuterseitlinge, Gemüse, Brot, Wild und Honig.
Der Markt ist eines der Ergebnisse des von der Gemeinde Aspang-Markt durchgeführten Projektes zur Belebung des Ortskerns. Dabei hat es den Markt vor über 30 Jahren schon einmal gegeben. Damals als eines der ersten Projekte des Vereins Pro Aspang, so Obmann Johann Sperhansl. In einem wesentlich kleineren Umfang umgesetzt, wurde er nach einigen Jahren wieder eingestellt. „Jetzt wird er wieder zum Leben erweckt“, so Sperhansl. Mit seinem breiten Angebot und professionellen Auftritt geht man motiviert in den Neustart.
Auch aufgrund des gesteigerten Interesses aus der Bevölkerung an regionalen Produkten sieht Bürgermeisterin Doris Faustmann den idealen Zeitpunkt für den Markt gekommen. Damit soll nicht nur der Hauptplatz, sondern der gesamte Ort wirtschaftlich belebt werden. „Mit dem Markt möchten wir neue Leute ansprechen und den Aufenthalt in Aspang noch attraktiver gestalten“, so Faustmann, die den Markt als Ergänzung des bestehenden Angebots sieht.
Markt im Wandel
Den Start für den Bauernmarkt in Friedberg gab der erste Adventmarkt im Jahr 1993. Der erste Aussteller war der Landwirt Johann Lukasch aus Ehrenschachen. Seine Produkte kamen so gut an, dass sie in kürzester Zeit ausverkauft waren. Danach fand der Bauernmarkt ganzjährig alle zwei Wochen statt. Familie Lukasch produziert alles rund ums Schwein, die am Hof aufgezogen und geschlachtet werden. Verschiedenste Wurstvariationen, Aufstriche und Selchfleisch sind seine Spezialitäten.
Weitere Aussteller kamen dazu und auch das Interesse der Kunden an regionalen Produkten ist seither ungebrochen, so Lukasch. So können auch unter anderem immer wieder leckeres Gebäck von einer Bäuerin gekauft werden sowie Gemüse und Obst von einem Händler aus der näheren Umgebung. Doch Bauernmarkt-Fahren ist auch sehr aufwendig: Mit dem Herstellen der Produkte und dem Zusammenpacken braucht es rund eine Woche an Vorbereitungszeit. „Allein für das Herstellen der Leberpastete sind fast zehn Arbeitsschritte nötig, bis sie verkauft werden kann“, so Lukasch. Die Aussteller in Friedberg variieren neben der Konstante Lukasch saisonal und auch die Vielfalt hat sich im Laufe der Jahre verändert. „Vor allem in der Coronazeit haben viele Landwirte zusätzliche Verkaufswege geschaffen, etwa Automaten am Hof oder Direktverkauf“, so Bürgermeister Wolfgang Zingl über die Veränderungen. Auch die Zahl der Produzenten ist rückläufig, was neue Herausforderungen mit sich bringt. Lukasch ist mittlerweile Pensionist, macht aber aus Leidenschaft zu seiner Arbeit weiter. „Wahrscheinlich werden gesundheitliche Gründe ausschlaggebend dafür sein, dass ich irgendwann nicht mehr am Bauernmarkt stehen kann“, so Lukasch.
Er ist von den Vorteilen eines Bauernmarktes überzeugt: Die Möglichkeit, die Vielfalt regionaler Produkte an einem Ort zu erleben und direkt mit den Produzenten ins Gespräch zu kommen, bleibe ein großer Wert. Gleichzeitig zeigt sich, dass sich Bauernmärkte weiterentwickeln müssen, um auch in Zukunft attraktiv zu bleiben.
Bauernmärkte
Bauernmarkt Friedberg: alle vier Wochen an einem Freitag,
nächster Termin: 22. Mai von 14:00–17:00 Uhr am Hauptplatz.
Schmankerl & Genussmarkt Aspang-Markt: an jedem 2. Samstag im Monat von 9.00–14.00 Uhr am Hauptplatz



