Damit die Ernte lange Freude macht

25. August 2026 | WLZ 137 | Autorin: Stefanie Schadler

Im eigenen Garten beginnt aktuell die Erntesaison und plötzlich ist der Überfluss da. Der richtige Erntezeitpunkt und die individuelle Lagerung unterstützen dabei, die eigenen Früchte möglichst lange genießen zu können.

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Lebensmittel: richtiger Erntezeitpunkt für Qualität

Für den vollen Geschmack und die Qualität von Obst und Gemüse ist der richtige Erntezeitpunkt entscheidend. Obst- und Gemüsesorten haben einen bestimmten Zeitpunkt, zu dem sie typischerweise reif sind und geerntet werden. Was im Supermarkt seit Jahrzehnten in den Hintergrund rückt, ist im eigenen Garten unumgänglich: Saisonalität.

Wer also einen Obstgarten oder ein Hochbeet besitzt, darf sich aktuell über eine besonders reiche Ernte freuen. Neben Paradeisern, Paprika, Gurken, Zucchini, Bohnen und Kürbis sind jetzt unter anderem auch Karotten, Brokkoli, Karfiol, Mangold und Zuckermais erntereif. Im Obstgarten beginnt die Hauptsaison für Äpfel, Birnen, Zwetschken und Weintrauben. Bei Himbeeren und Heidelbeeren ist die Haupternte Ende August meist bereits vorbei, während Brombeeren und Herbsthimbeeren noch bis in den September hinein Früchte tragen können.

Bei der Ernte sollten einige Dinge beachtet werden: Zu früh geerntete Früchte bleiben hart oder geschmacklos, zu spät geerntete werden mehlig oder matschig. Viele Gemüsearten wie Zucchini, Gurken oder Bohnen sollten regelmäßig und eher jung geerntet werden. So bleiben sie zart und die Pflanze bildet laufend neue Früchte. Paradeiser schmecken am besten, wenn sie vollständig ausgefärbt sind und erst kurz vor dem Verzehr geerntet werden. Zu diesem Zeitpunkt hat der Zucker- und Aromagehalt seinen Höhepunkt erreicht. Kürbisse sollten möglichst lange an der Pflanze bleiben und erst geerntet werden, wenn ihre Schale hart ist und der Stiel zu verholzen beginnt. Erst durch diese vollständige Ausreifung entwickeln sie ihre beste Haltbarkeit und Lagerfähigkeit.

Auch Obst belohnt jene, die Geduld haben. Äpfel und Birnen entwickeln ihr volles Aroma erst gegen Ende der Reife. Bei der Ernte sollten sie sich leicht vom Ast lösen lassen, ohne daran ziehen zu müssen. Zwetschken schmecken besonders süß, wenn sie ihre sortentypische Farbe erreicht haben und sich leicht eindrücken lassen. Beeren wie Himbeeren oder Brombeeren sollten möglichst reif gepflückt werden, da sie nach der Ernte kaum nachreifen und rasch an Aroma verlieren.

Richtige Lagerung macht haltbar

Neben dem Erntezeitpunkt hat auch die Lagerung Einfluss darauf, wie lange Obst und Gemüse frisch bleiben und ihr volles Aroma behalten. Viele Gemüsesorten wie Karotten, Brokkoli, Salate und Karfiol bleiben im Gemüsefach des Kühlschranks bei hoher Luftfeuchtigkeit besonders lange frisch. Tomaten dagegen verlieren im Kühlschrank an Geschmack und auch ihre Konsistenz leidet. Daher sind sie bis zu ihrem Verzehr bei Raumtemperatur am besten aufgehoben. Auch Gurken reagieren empfindlich auf zu niedrige Temperaturen. Ein kühler, aber nicht kalter Ort ist für sie daher ideal.

Ein trockener, dunkler und gut belüfteter Lagerort ist vor allem für Kürbisse, Zwiebeln, Knoblauch und Kartoffel ideal. Äpfel sollten dabei getrennt von Kartoffeln aufbewahrt werden, da Äpfel das Reifegas Ethylen abgeben, was dazu führt, dass die Kartoffeln schneller altern und austreiben können.

Auch Obst wie Äpfel und Birnen können an einem kühlen Ort über mehrere Wochen und sogar Monate lagern. Weiche Beeren wie Himbeeren oder Brombeeren sollten nach der Ernte möglichst rasch verzehrt oder verarbeitet werden, da sie nur wenige Tage haltbar sind.

Wichtig ist zudem, die Lagerung von Obst und Gemüse immer wieder zu kontrollieren. Beschädigte oder überreife Früchte sollten regelmäßig aussortiert werden. Besonders Druckstellen oder faulende Bereiche können sich schnell auf benachbarte Früchte ausbreiten und die gesamte Ernte dadurch negativ beeinflussen.

Lebensmittel wertschätzen

Die beste Ernte ist die, die auch gegessen wird. Gerade wer Obst und Gemüse selbst anbaut, weiß, wie viel Zeit und Arbeit in jeder einzelnen Frucht stecken. Umso wichtiger ist es, die Ernte möglichst vollständig zu verwerten. Überschüsse können zum Beispiel durch Einfrieren, Einkochen, Trocknen oder Fermentieren haltbar gemacht werden. Aus reifen Tomaten entstehen Saucen, aus Zwetschken Marmelade oder Kompott und aus Kräutern Pesto.

Auch Obst und Gemüse, die Schönheitsfehler haben oder krumm gewachsen sind, müssen nicht im Biomüll landen. Druckstellen können großzügig entfernt werden, aus weichen Äpfeln wird Apfelmus und reife Bananen lassen sich für Smoothies verwenden oder geben einem Kuchen eine natürliche Süße. Mit einer guten Planung und kreativen Rezeptideen lässt sich die Ernte fast vollständig verwerten – und wertvolle Lebensmittel landen erst gar nicht im Abfall.

Woran erkennt man den richtigen Erntezeitpunkt?

Tomaten: vollständig ausgefärbt, leicht nachgiebig und aromatisch

Gurken: jung ernten, solange sie fest und dunkelgrün sind

Zucchini: ideal bei 15–20 cm Länge – größere Früchte werden oft wässrig und enthalten harte Kerne

Bohnen: jung und knackig ernten, bevor sich die Körner stark ausbilden

Kürbis: harte Schale und verholzter Stiel

Äpfel: lösen sich mit einer leichten Drehbewegung vom Ast

Birnen: etwas früher pflücken und bei Bedarf nachreifen lassen

Zwetschken: voll ausgefärbt, leicht weich und aromatisch

Himbeeren/Brombeeren: nur vollreif pflücken, da sie nicht nachreifen