Eine alte Mühle als moderner Wohn- und Arbeitsplatz

06. Oktober 2026 | WLZ 138 | Autorin: Stefanie Schadler

Das Naturhaus Wechselland hat eine alte Mühle in Schäffern in ein modernes Firmen- und Wohngebäude verwandelt. Ökologische Baustoffe und der Erhalt bestehender Bausubstanz standen bei der Generalsanierung im Mittelpunkt.

Vom Bestand profitieren

Das Naturhaus Wechselland ist in den Sommermonaten in sein neues Firmengebäude eingezogen. Dazu wurde die Schandlbauer-Mühle aus dem Jahr 1906 in Schäffern mit natürlichen Baumaterialien generalsaniert. Geschäftsführer Josef Prenner, dessen Firma – Raum & Energie, Elektrotechnik – hier ebenfalls untergebracht ist, konnte aufgrund seiner Erfahrung zwar viele Arbeiten selbst übernehmen, dafür aber weniger Zeit aufbringen als ursprünglich geplant. Zeitplan und Kosten wurden daher etwas überschritten. „Eine Generalsanierung ist vom Aufwand her wie ein Neubau“, so Prenner. Vom Bestand blieben unter anderem die Steinwände, zwei der drei Zwischendecken sowie alte Innentüren erhalten. Bereits der erste Sommer zeigte einen Vorteil der sanierten Mühle: Die Raumtemperatur stieg auch ohne Klimaanlage nie über 24 Grad Celsius. Morgens und abends wurde gelüftet, tagsüber blieben die Fenster geschlossen. Im Winter werden die Wände über eine Stückholz-/Pellets-Kombiheizung erwärmt. Vorausschauend geplant wurde auch das Lagermodul in Holzbauweise: Es war bereits am früheren Standort in Pinggau im Einsatz und von Beginn an transportierbar konstruiert. So konnte es per Kran versetzt und samt Inhalt bei der Mühle wieder aufgebaut werden. Sein Lieblingsplatz ist das eigene Büro: „Hier habe ich einen tollen Überblick darüber, wer kommt, und gleichzeitig einen ungestörten Arbeitsplatz, an dem ich konzentriert arbeiten kann.“ Regionales Eichenholz und wiederverwendete Materialien prägen auch die Einrichtung.

Ökologisch Bauen wird effizienter

Wie sich die ökologische Bauweise weiterentwickelt hat, zeigt eine aktuelle Baustelle des Naturhauses Wechselland in Friedberg. Im Vergleich zu früher sind viele Arbeitsschritte heute einfacher, schneller und damit wirtschaftlicher geworden. tigelemente inklusive Strohdämmung und Installationsbereichen zum Einsatz. Künftig sollen auch Dachelemente inklusive Unter- dach vorgefertigt werden. Das ist etwa bei Aufstockungen interessant, weil bestehende Gebäude dadurch kürzer der Witterung ausgesetzt sind. Auch der Preisunterschied zwischen einer guten konventionellen und der ökologischen Bauweise vom Naturhaus Wechselland sei heute geringer als noch vor wenigen Jahren. Vorfertigung, vereinfachte Konstruktionen und kürzere Arbeitszeiten helfen laut Prenner dabei, Mehrkosten auszugleichen. Abgeschlossen ist das Projekt Mühle noch nicht: Als Nächstes wird das Obergeschoß fertiggestellt, in dem unter anderem eine rund 80 Quadratmeter große Mietwohnung entstehen soll.