Erlebnisse, die bleiben

29. April 2026 | WLZ 134 | Autorin: Stefanie Schadler

Kinder und Jugendliche sinnvoll beschäftigen, ihnen wichtige Werte vermitteln und sie ein Stück auf ihrem Weg begleiten: Die Pfadfindergruppe Kirchberg am Wechsel schafft seit Generationen schöne Erinnerungen, die bleiben.

Ein Pfadfinderlager gehört mit zu den schönsten Erinnerungen an diese Zeit.

Gemeinsam heranwachsen

Spielen, basteln, lernen, gemeinsam Abenteuer erleben – die Pfadfindergruppe in Kirchberg am Wechsel begleitet Kinder und Jugendliche beim Heranwachsen. Wie alle anderen Pfadfindergruppen orientiert sich die Arbeit auch in Kirchberg an acht Schwerpunkten, darunter ein einfaches, naturverbundenes Leben, Abenteuerbereitschaft und Übernahme von Verantwortung in der Gemeinschaft.

Die Kinder können ab sechs Jahren Mitglied werden und bis zum 18. Lebensjahr Teil einer Pfadfindergruppe sein. Doch auch danach ist es nicht vorbei: Viele ehemalige Mitglieder bleiben den Pfadfindern auch im Erwachsenenalter als Gruppenleiter oder Freunde treu. Als Teil der Pfadfinder-Gilde besuchen ehemalige Mitglieder auch als Erwachsene die verschiedensten Veranstaltungen der Pfadfinder und richten ihre Lebensweise anhand der Grundwerte des Pfadfindertums aus. Zwischen sechs und achtzehn Jahren gibt es vier Altersgruppen, wobei die meisten Pfadfindergruppen für jede Altersgruppe jeweils spezielle Gruppenleiter haben. Im Unterschied dazu begleiten die Gruppenleiter in Kirchberg die Gruppe von Anfang bis Ende. Dadurch kennen die Gruppenleiter die Persönlichkeiten der Kinder und Jugendlichen gut, wissen um ihre Talente und fördern diese gezielt. Als Pfadfinder lernen sie zudem, wie sie sich in einer Gruppe verhalten, sich durchsetzen und mit Gruppendynamik umgehen können.

Gemeinschaft in Lagern erleben

Wichtig im Pfadfinderjahr sind die wöchentlichen Treffen der Gruppen, in denen unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden. Ein Highlight für die älteren Gruppen ist das Pfingstlager. Hier wird an einem Wochenende auf der Steyersberger Schwaig gezeltet, ohne Strom und fließendes Wasser. Gekocht wird über einer Feuerstelle. Für alle Stufen gibt es das Sommerlager, das an zwei Wochen im August in Wallsee an der Donau in einem Pfadfinderheim stattfindet. Rund 120 Kinder aus dem Feistritztal nehmen daran teil. Hier steht ein abwechslungsreiches Programm mit viel Sport und Bewegung im Mittelpunkt.

Auch Veranstaltungen werden von der Pfadfindergruppe organisiert, darunter der Eröffnungsheurige im Pfadfinderheim, im Mai der Pfadfinderheurige und im Jänner das Pfadfinderkränzchen, das es bereits seit über 40 Jahren gibt.

Außerdem beteiligt sich die Gruppe an der Flurreinigung und gestaltet aktiv Messen mit. Seit 2022 hat die Gruppe ein eigenes Pfadfinderheim direkt im Ort. Hier finden einerseits die Gruppentreffen statt, es wird aber auch an Schulgruppen sowie an andere Pfadfinder- und Jugendgruppen vermietet.

Pfadfinder über Generationen

Sabine Stangl ist als Sechsjährige den Pfadfindern beigetreten und mittlerweile Obfrau im Elternrat der Pfadfindergruppe Kirchberg. In dieser Funktion kümmert sie sich um das Pfadfinderheim und dessen Vermietung und ist Ansprechperson rund um organisatorische Belange. „Aber das Herzstück der Pfadfinder sind die Gruppenleiter“, so Stangl und betont, dass diese rund 7.000 Stunden pro Jahr ehrenamtlich leisten. Die Pfadfindergruppe in Kirchberg ist seit 1971 eine eigenständige Gruppe und hat rund 200 Mitglieder, womit sie eine der größten Gruppen in Niederösterreich ist. Warum Pfadfinder trotz Handy und Social Media noch immer funktionieren, erklärt Stangl so: „Einmal Pfadfinder immer Pfadfinder.“ Gerade weil es sie bereits seit Generationen gibt, funktionieren sie. Schon ihre Eltern vor ihr waren Pfadfinder und auch ihre Kinder sind dabei. „Man verbindet einfach eine so schöne Zeit damit und als Eltern will man das den Kindern weitergeben.“ Für sie sind es vor allem die Lagerfeuermomente und die Herausforderungen, die man als Gruppe gemeistert hat, an die sie gerne zurückdenkt.

Für die Zukunft der Kirchberger Pfadfinder wünscht sie sich, dass die Gemeinschaft auch in Zukunft so lebendig bleibt. Denn was bei den Pfadfindern entsteht, ist mehr als eine Freizeitbeschäftigung – es sind Erfahrungen und Freundschaften, die oft ein Leben lang halten.