Essensverzicht als Teil der Ernährung
10. Februar 2025 | WLZ 122 | Autorin: Stefanie Schadler
Ein gesunder Lebensstil hat immer auch etwas mit einer gesunden Ernährung zu tun. Neben dem Verzehr gesunder Lebensmittel kann der Körper zusätzlich auch dadurch entlastet werden, indem über einen gewissen Zeitraum nicht gegessen wird.
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Fasten reinigt Körper
Gesundheit hängt viel mit Ernährung zusammen und gerade nach den Feiertagen oder wenn man einige Kilos verlieren möchte, ist man auf der Suche nach Möglichkeiten, durch eine angepasste Ernährung dem Idealgewicht und damit einer erhöhten Gesundheit näher zu kommen. Dabei gibt es neben der Möglichkeit, sich gesünder zu ernähren, auch die Option, für einen gewissen Zeitraum auf Nahrung komplett zu verzichten. Solche Veränderungen bergen zudem die Möglichkeit, ungesunde Essensgewohnheiten zu identifizieren und abzulegen, die eigene Willenskraft zu testen und sich selbst besser kennenzulernen.
Jede Fastenvariante hat den Verzicht gemeinsam: Damit der Körper entlastet wird, verzichtet man auf Essen, Genussmittel oder Ähnliches. Je nach gewählter Methode wird für einige Stunden, Tage oder auch Wochen gefastet. In dieser Zeit muss der Körper auf die eingelagerten Fettspeicher zurückgreifen, wodurch diese mit der Zeit mehr und mehr aufgebraucht werden.
Zudem stellt der Körper vom Zuckerstoff- auf Fettstoffwechsel um, wodurch er seinen Energiebedarf deckt, ohne dass Energie von außen zugeführt wird. Durch diese Prozesse reinigt sich der Körper von innen, was auch als Autophagie bezeichnet wird. Es normalisieren sich etwaige Stoffwechselstörungen, der Blutdruck und die Blutfette zeigen verbesserte Werte und auch Entzündungen werden gehemmt. Bleibt man den Richtlinien der gewählten Fastenart treu, arbeitet der Stoffwechsel im Anschluss besser und effektiver. Wird nach dem Fasten eine gesunde Ernährung beibehalten, ist nicht mit einer unverhältnismäßigen Gewichtszunahme zu rechnen.
Nicht alle Menschen vertragen jedoch das Fasten gleich gut. Besonders Anfänger des Fastens sollten daher mit einer abgeschwächten Variante beginnen. Bestehen Vorerkrankungen oder fastet man zum ersten Mal, ist es ratsam, sich von einem Ernährungsberater oder Arzt begleiten zu lassen. Im Folgenden werden drei Fastenarten exemplarisch beschrieben.
Heilung durch Fasten
Das Buchinger-Fasten, mit der sich der Begründer Otto Buchinger von seinem Gelenkrheuma heilte, ist die Königsdisziplin unter den Fastenarten und zugleich die Urform des Fastens. Sie kann zur Vorbeugung bestimmter Erkrankungen, zur Therapie und zur Gewichtsabnahme genutzt werden. In den ersten beiden Tagen werden dazu lediglich 1.000 Kilokalorien zu sich genommen und auf tierische Eiweiße, Alkohol, Zucker und Kaffee verzichtet. Am dritten Tag beginnt die eigentliche Fastenzeit, indem eine Darmentleerung mittels Bitter- oder Glaubersalzes erfolgt, die in der Fastenzeit immer wieder gemacht werden kann. Während der Fastentage wird ausschließlich flüssige Nahrung zu sich genommen wie Kräutertees und Gemüsebrühe, aber auch frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte. Es sind lediglich 250 bis 500 Kilokalorien pro Tag erlaubt. Auch moderate Bewegung wie ein flotter Spaziergang gehören zum Fasten nach Buchinger dazu, um den Stoffwechsel anzuregen und die Muskeln zu fordern. Im Anschluss wird empfohlen, in drei Tagen das Essverhalten wieder langsam zu normalisieren. Die Vorbereitungs- und Aufbautage abgezogen, dauert diese Fastenart zwischen sieben und zehn Tagen.
Während des Fastens kommt der Entleerung des Darms eine wichtige Rolle zu. Da die meisten Giftstoffe im Körper über den Darm ausgeschieden werden, muss während des Fastens alle zwei Tage darauf geachtet werden, dass eine Entleerung erfolgt. Passiert das nicht, kann es zu Symptomen einer Rückstoßvergiftung kommen, darunter Kopfschmerzen, Übelkeit und Depression. Mit Bitter- oder Glaubersalz sollte daher dann nachgeholfen werden, wenn es auf natürlichem Weg nicht passiert.
Basenfasten um Übersäuerung entgegenzuwirken
Im Gegensatz zum Heilfasten ist das Basenfasten viel leichter umzusetzen und kann grundsätzlich von jedem Menschen gemacht werden. Es kann zudem mit anderen ganzheitlichen Maßnahmen wie einer leichten Darmreinigung kombiniert und immer wieder kurweise als reine Präventionsmaßnahme durchgeführt werden. Während des Basenfastens ernährt man sich ein bis zwei Wochen lang ausschließlich mit rein basischen Lebensmitteln wie Gemüse, Kräutern, Salaten, Kartoffeln, Obst und Sprossen sowie neutralen Lebensmitteln wie hochwertigen Ölen und Fetten. Obwohl man sich mit diesen Lebensmitteln ohne Bedenken satt essen kann, kommt es trotzdem zu einem gründlichen Reinigungs- und Entschlackungseffekt.
Auch chronisch Kranke profitieren vom Basenfasten: Menschen mit Blähungen oder chronischer Verstopfung, Hautproblemen, Migräne, Rheuma, Autoimmunerkrankungen oder vielen anderen Gesundheitsproblemen können ihren Körper mit dem Basenfasten entlasten und entgiften sowie Heilprozesse anstoßen und Symptome lindern.
Dem Basenfasten liegt die Annahme zugrunde, dass viele ungünstige Angewohnheiten wie ungesunde Ernährung, zu vieles oder zu schnelles Essen, zu wenig Bewegung, Stress oder Genussmittel wie Zucker, Koffein und Alkohol sowie die Einnahme von Medikamenten zu Unwohlsein, Übergewicht und sogar zu chronischen Beschwerden führen können. Es entsteht ein Zustand, der als Übersäuerung bezeichnet wird, wodurch anschließend gesundheitliche Probleme entstehen.
Eine regelmäßige Entsäuerung ist daher in der heutigen Zeit wichtiger denn je, um den Körper zu entlasten. Durch den völligen Verzicht auf säurebildende und belastende Lebensmittel können die eingelagerten Stoffwechselschlacken gelöst und ausgeschieden werden, wodurch sich der Säure-Basen-Haushalt reguliert.
Essensrhythmus zum Einstieg
Das intermittierende Fasten oder Intervallfasten ist keine Form des typischen Fastens. Es handelt sich vielmehr um einen Essensrhythmus, der zwischen Zeiten der normalen Nahrungsaufnahme und Zeiten wechselt, in denen nichts gegessen wird. Als Einstieg in das Fasten ist es daher ideal. Es gibt beim Intervallfasten die Variante, in der an einem Tag der Woche auf feste Nahrung verzichtet wird, manche wechseln das Essen und Fasten auch alle 24 Stunden ab. Dann gibt es noch die Varianten, bei denen man täglich nur ein vier-, sechs- oder achtstündiges Zeitfenster hat, in dem Nahrung aufgenommen wird. In der übrigen Zeit des Tages wird gefastet. Die Umsetzung ist denkbar einfach: Entscheidet man sich für die 16:8-Variante, isst man zum Beispiel die letzte Mahlzeit des Tages um 19 Uhr und beginnt am Folgetag um elf Uhr wieder zu essen.
Die Gewichtsabnahme verläuft beim intermittierenden Fasten nachhaltig und gesund. Dabei ist es dennoch entscheidend, sich so gesund wie möglich zu ernähren, damit auch die Blutzucker- und Insulinwerte niedrig bleiben und der Körper vermehrt Energie aus der Verbrennung von Fetten gewinnt. Bewegung und Sport zählen ebenso zu einem gesunden Lebensstil.
Fasten und Mondphasen
Die Mondphasen haben einen starken Einfluss auf unseren Körper und wer auf diese achtet, kann seine Fastenambitionen gezielt unterstützen.
Man teilt die Mondphasen in drei Abschnitte ein: zunehmender Mond, Vollmond und abnehmender Mond. All diese Phasen haben einen unterschiedlichen Einfluss auf den Körper.
Am Tag des Neumondes ist die Entgiftungsbereitschaft des Körpers am höchsten und daher ideal dafür geeignet, einen Fast- oder Abstinenztag einzulegen. Blutreinigungstees und entgiftende Maßnahmen wie beispielsweise Sauna oder Dampfbad wirken besonders gut.
Während der Tag des Neumondes also ideal ist, um einen Fasttag einzulegen, ist er denkbar schlecht dazu geeignet, eine Fastenkur zu beginnen, weil danach die Zeit des zunehmenden Mondes folgt. Diese Phase gilt als die Zeit des Aufbaus, in der Energie gespeichert und Kraft gesammelt wird. Sie ist auch ideal zur Regeneration und Schonung. In dieser Zeit nimmt man leichter zu, der Körper speichert mehr Wasser und was in dieser Zeit mehr gegessen wird, schlägt stärker zu Buche. Zu Vollmond speichert das Gewebe am meisten Wasser und fühlt sich weich und aufgequollen an.
Erst nach dieser Phase kommt es zu einer Umkehr der Kräfte und es beginnt die Zeit des abnehmenden Mondes und damit der ideale Start für eine Fastenkur.