KI als Werkzeug im Unterricht
22. Mai 2026 | WLZ 135 | Autorin: Stefanie Schadler
Von Übungsfragen bis zur Unterrichtsvorbereitung: KI unterstützt mittlerweile Lehrer und Schüler auf vielfältige Weise. Gleichzeitig bleibt eigenes Wissen entscheidend, um Antworten richtig beurteilen zu können.
Foto © LFS-Warth_Piribauer, Glanz
Sinnvoll nutzen
Die vereinfachte Darstellung komplexer Texte, Übersetzungen oder das Generieren von Übungsfragen: Künstliche Intelligenz ist längst Teil des Schulalltags geworden. Doch wie sinnvoll ist ihr Einsatz – und worauf kommt es dabei an? Wir haben uns an der Landwirtschaftlichen Fachschule Warth erkundigt, wie KI von Lehrern und Schülern im Unterricht genutzt wird und worauf es dabei ankommt.
„KI ist gekommen, um zu bleiben, und wir müssen lernen, sie richtig einzusetzen“, so Mag. (FH) Martina Piribauer, die in der Fachschule im Bereich Informationstechnologien tätig ist. Wichtig sei es bei der Arbeit mit KI zu erkennen, wo sie nützlich eingesetzt werden kann und wo ihre Verwendung vergeudete Zeit ist. Das gilt auch für das Lehrpersonal: In der Unterrichtsvorbereitung ist zum Beispiel das Vereinfachen komplexer Texte über die KI zeitsparend. Sie wird bei der Erstellung von inhaltlich ähnlich klingenden Falschantworten zu einer Single-Choice-Frage genutzt und auch Testfragen werden mittels KI erstellt und den Schülern auf digitalen Lernplattformen zum Üben bereitgestellt.
Auf der anderen Seite soll den Schülern im Unterricht ein Werkzeug in die Hand gegeben werden, das sie optimal nutzen können.
Experimente im Unterricht
„Es braucht ein Basiswissen, um die Antworten der KI richtig beurteilen zu können“, betont Piribauer, die KI nicht als Ersatz für angeeignetes Wissen sieht. Daher geht ihre klare Empfehlung dahin, mit der KI nur an Themen zu arbeiten, bei denen man sich auskennt.
Experimente mit KI werden in den unterschiedlichsten Unterrichtsfächern mit den Schülern umgesetzt und reflektiert. Als Beispiel nennt sie einen im Unterricht erarbeiteten Lernstoff, der der KI als Basis für generierte Übungsfragen diente. Die Schüler konnten die Schwere der Fragen selbst steuern und dadurch entsprechend ihres jeweiligen Niveaus lernen. Zugleich ist die KI aber auch abgedriftet, sodass bei Single-Choice-Fragen irgendwann immer Antwort B richtig war. Um das zu ändern, musste ein neuer Prompt eingegeben werden. Zudem nutzten die Schüler unterschiedliche Tools und erkannten, dass sich manche von ihnen für diese Aufgabenstellung weniger eignen.
Prompten und Kontrollieren
Generell sei das Lernen des richtigen Promptens, also das Eingeben der Befehle an die KI, wichtig, damit die Schüler damit sinnvoll arbeiten können. Das Reflektieren und Überprüfen der Ergebnisse seien weitere entscheidende Komponenten für die Schüler. Erstaunt sei Piribauer immer wieder, wie fein das Gespür der Schüler sei, wenn es darum gehe, KI-generierte Texte zu erkennen. Zudem würden Schüler für die Vorbereitung auf Tests und Schularbeiten in erster Linie das Lehrbuch der Schule nutzen anstelle der KI, die falsche Antworten oder Halbwahrheiten liefern könnte.
Vorwiegend wird an der Fachschule mit ChatGPT und CoPilot gearbeitet, wobei es keine starren Regeln im Umgang mit der KI gibt. Diese würden mit dem Thema mitwachsen. Einzig wenn es die Vorgabe ist, ohne KI zu arbeiten, sollte das auch befolgt werden.
Entscheidend sei an der Schule nicht, ob KI überhaupt verwendet, sondern wie bewusst und reflektiert damit gearbeitet werde. Genau dieses kritische Denken soll den Schülern im Umgang mit künstlicher Intelligenz vermittelt werden.



