Lagerung macht den Unterschied

18. Februar 2026 | WLZ 132 | Autorin: Stefanie Schadler

Wie Luft, Verpackung und Lagerung im Kühlschrank die Haltbarkeit beeinflussen – und worauf im Alltag zu achten ist.

Den Kühlschrank immer wieder kontrollieren, Lebensmittel richtig lagern und gegebenenfalls umpacken führt zu längerer Haltbarkeit und weniger Abfall.

Durch Nähe zur Überreife

In der letzten Ausgabe ging es um Ordnung und Übersicht in Kühlschrank, Speisekammer und Gefrierfach. Nun ergänzen wir das Thema um weitere Details, die Haltbarkeit, Qualität und Lebensmittelsicherheit beeinflussen.

Ein unsichtbarer Faktor ist dabei die Luft im Kühlschrank. Viele Obst- und Gemüsesorten produzieren das Reifegas Ethylen. Dazu zählen Äpfel, Tomaten, Birnen und Zwetschken. Dieses Gas sorgt auch für Überreife und verkürzt die Haltbarkeit anderer Lebensmittel in ihrer Nähe. Wer Äpfel im Kühlschrank lagert, sollte diese ohne Gesellschaft ins Gemüsefach geben. Reife Lebensmittel sollten nicht neben empfindlichem Obst und Gemüse wie Brokkoli oder Gurken lagern. Um die Konzentration des Ethylen-Gases zu reduzieren, hilft regelmäßiges Öffnen sowie eine gute Luftzirkulation durch einen luftig gefüllten Kühlschrank.

Umpacken verlängert Haltbarkeit

Nicht jedes Lebensmittel wird gleich gelagert und die Verpackung, in der man sie einkauft, ist nicht immer optimal für ihre Haltbarkeit. Daher sollten einige Lebensmittel für die Lagerung zu Hause umgepackt werden.

Wurst sollte man in Glas- und Edelstahlbehältern mit Deckel luftdicht verpacken. Die Behälter sollten nicht zu groß sein, denn je mehr Sauerstoff darin enthalten ist, desto schneller verdirbt der Aufschnitt. Käse will stattdessen atmen und sollte daher nie luftdicht verpackt werden. Dadurch steigt der Feuchtigkeitsgehalt und es entsteht Schimmel. Eine Box mit Ventil oder Luftritzen oder eine atmungsaktive Frischhaltefolie eignet sich stattdessen am besten.

Hartkäse wie Parmesan oder Bergkäse sollte nach dem Öffnen nicht mehr in der Verpackung aufbewahrt werden sondern in Butterbrotpapier, Backpapier oder spezielles Käsepapier. Darin kann er atmen und er wird zugleich vor dem Austrocknen geschützt. Im Kühlschrank sind für ihn die wärmeren Zonen wie das Gemüsefach perfekte Lagerorte. Weichkäse wie Brie oder Camembert sollte in luftdurchlässige Käsedosen und Schnittkäse in Käsepapier eingewickelt im Kühlschrank gelagert werden.

Jede Obst- und Gemüsesorte bevorzugt eine andere Lagerung. In ein feuchtes Tuch eingewickelt, halten sich zum Beispiel Rettich, Kohlrabi, Fenchel, Brokkoli und Salate im Kühlschrank gut. Karotten sollte man, vom Grün befreit, eingepackt in einen Plastikbeutel mit Löchern im Gemüsefach aufbewahren. Ebenso hält sich Zucchini, locker in Papier eingeschlagen, bis zu fünf Tage im Gemüsefach.

Eier lagern unterschiedlich

Eier besitzen eine natürliche Schutzschicht und können auch außerhalb vom Kühlschrank gelagert werden. Doch die Lagerung im Eigenheim ist abhängig von der Lagerung im Supermarkt: Wurden die Eier gekühlt gekauft, sollte man sie auch zuhause im Kühlschrank aufbewahren. Ungekühlt gekaufte Eier können stattdessen auch in einem kühlen, trockenen und dunklen Bereich außerhalb des Kühlschranks aufbewahrt werden. Da Eier über die Schale Gerüche anderer Lebensmittel aufnehmen, sollten sie nicht neben stark riechenden Lebensmitteln wie Käse aufbewahrt werden. Damit Eier möglichst lange halten, darf die Schale nicht beschädigt sein und das Ei nicht gewaschen werden.

Tiefkühlen mit Bedacht

Das Einfrieren macht Lebensmittel länger haltbar, aber nicht jedes Lebensmittel ist dafür geeignet. Durch Einfrieren verlieren zum Beispiel Milchprodukte wie Milch, Sahne, Weichkäse sowie Joghurt und Quark ihre Konsistenz und flocken aus. Käse kann zwar eingefroren werden, aber Weichkäse verliert Struktur und wird beim Auftauen wässrig. Hartkäse lässt sich besser einfrieren, sollte aber langsam im Kühlschrank aufgetaut werden. Ein ganzes Ei mit Schale kann beim Einfrieren platzen, und bereits gekochte Eier werden durch die tiefen Temperaturen gummiartig.

Salate sind nach dem Einfrieren matschig und aufgetaut roh ungenießbar. Auch Gemüse- und Obstsorten mit hohem Wasseranteil wie Gurken, Tomaten und Weintrauben sind nach dem Auftauen roh nicht mehr genießbar. Knoblauch kann man zwar einfrieren, allerdings verliert er stark an Geschmack und Aroma. Kartoffeln sind nach dem Gefrieren ebenfalls matschig und schmecken verstärkt süßlich.

Kontrolle schafft Überblick

Für einen besseren Überblick über die gelagerten Lebensmittel im Kühlschrank eignet sich ein wöchentlicher kurzer Check: Sind die Lebensmittel noch frisch? Macht sich ein ungewohnter Geruch bemerkbar? Gibt es angebrochene Lebensmittel? Der Blick auf das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) bietet eine gute Orientierung, letztlich entscheiden aber Optik, Geruch und ein Geschmackstest darüber, ob ein Lebensmittel nach Ablauf dieses Datums noch essbar ist. 

Mit einem regelmäßigen Check, dem Wissen um die Eigenschaften von Lebensmitteln und dem richtigen Lagern kann man guten Gewissens einen größeren Vorrat anlegen, wodurch man für mehr Entlastung in seinem Alltag sorgt.