Mehr Reserve für Rohrbachs Trinkwasser
06. Oktober 2026 | WLZ 138 | Autorin: Stefanie Schadler
Mit einem neuen Hochbehälter erneuert Rohrbach an der Lafnitz einen weiteren Teil seiner Trinkwasserversorgung. Eine zusätzliche Quelle soll künftig für noch mehr Versorgungssicherheit sorgen.
Die Baugrube für den neuen Hochbehälter wurde bereits ausgehoben und die Böschung entsprechend gesichert. Als nächster Schritt folgen die Betonarbeiten.
Foto (c) Stefanie Schadler
Erneuerung der Trinkwasser-Versorgung
Die Gemeinde Rohrbach an der Lafnitz investiert in einen neuen Trinkwasser-Hochbehälter als Teil einer längerfristigen Erneuerung der Trinkwasserversorgung: 2012 wurde bereits der Hochbehälter in Limbach fertiggestellt, danach folgten die Erweiterung und Modernisierung des Hochbehälters in Kleinschlag. In Rohrbach standen drei Standorte zur Auswahl. Die Wahl fiel schließlich auf einen Standort, dessen Höhenlage mehrere Vorteile bietet: Das Wasser aus dem Trinkwasserbehälter Limbach kann frei zufließen, sodass keine Pumpen notwendig sind. Zusätzlich verbessert sich dadurch das Druckverhältnis. Durch die Nähe zum alten Hochbehälter kann zudem ein Großteil der bestehenden Leitungen weitergenutzt werden. Die beiden Standorte sind durch eine Bahntrasse voneinander getrennt, sodass die Verbindung darunter geführt wird.
Anpassung an steigenden Verbrauch
Das Fassungsvermögen erhöht sich von knapp 100 auf rund 500 Kubikmeter. „Das ist wichtig für eine Gemeinde, die sich weiterentwickeln will. Aber auch, um für den steigenden privaten sowie gewerblichen Wasserverbrauch gerüstet zu sein“, betont Bürgermeister Günter Putz das Bestreben, die Trinkwasserversorgung mit einem größeren Speichervolumen zu sichern. Gleichzeitig verweist Gerhard Gruber, Geschäftsführer der Planungsfirma Umwelt und Bau, darauf, dass die Größe der Behälter immer auch mit den Trinkwasserressourcen abgestimmt sein muss. „Es bringt nichts, einen 1.000 Kubik Speichervolumen fassenden Tank zu realisieren, wenn der Zulauf diesen nicht befüllen kann.“ Der neue Hochbehälter besteht aus zwei Wasserkammern. Muss eine davon gereinigt oder gewartet werden, kann die Versorgung über die zweite aufrechterhalten werden. Da der alte Hochbehälter aus den 1960er-Jahren stammt, hat sich auch technisch einiges verändert. Sorgten früher Entlüftungsstutzen für einen Luftaustausch in den Behältern, wird am neuen Standort ein modernes Be- und Entlüftungssystem verbaut, das auch Pollen herausfiltert. Der Energieverbrauch für die Technik wird über eine kleine Photovoltaikanlage gespeist.
Versorgungssicherheit weiter erhöhen
Bürgermeister Putz betont die vergleichsweise gute Wasserversorgung für Rohrbach über mehrere Quellen und Brunnen. Gleichzeitig beschäftigt die Gemeinde auch das andere Extrem: der Hochwasserschutz. Neben bereits umgesetzten und laufenden Maßnahmen ist der Bau eines Rückhaltebeckens in Rohrbach vorgesehen. Die Gemeinde muss sich damit zunehmend auf beide Extreme vorbereiten – auf zu viel ebenso wie auf zu wenig Wasser. Für nächstes Jahr soll über den Wasserverband Hochwechsel eine dritte Quelle für die Gemeinde erschlossen werden. Eine zusätzliche Absicherung könnte laut Putz langfristig ein artesischer Brunnen im Bereich Lafnitz und Neustift darstellen. In rund 180 Metern Tiefe wurden dort wasserführende Schichten festgestellt. „Wenn das Quellwasser punktuell vor allem aufgrund geringerer Niederschläge in den Sommermonaten ausbleibt, könnten diese artesischen Brunnen relativ unabhängig von Umwelteinflüssen Wasser liefern“, denkt Bürgermeister Putz an weitere mögliche Schritte in der Zukunft.



