Vom Musiker zum Kabarettisten

25. August 2026 | WLZ 137 | Autorin: Stefanie Schadler

Roman Josef Schwendt wagt den Schritt ins Kabarett und feiert bereits erste Erfolge. Seine Gitarre bleibt zwar Teil des Programms, im Mittelpunkt stehen künftig jedoch Humor, Schauspiel und pointierte Geschichten.

Auf der Bühne fühlt sich der Musiker Roman Josef Schwendt seit Jahren zu Hause. Nun bringt er auch seine kabarettistische Seite vor Publikum.

Foto © Andreas Hauer

Erfolgreicher Start

Vom Musiker mit einem Hang zum Kabarettistischen beginnt nun Roman Josef Schwendt mittlerweile mehr und mehr, sich als Kabarettist einen Namen zu machen. Den Beginn dieser neuen Ausrichtung machte der Kirchberger 2024 mit „Die drei BariTöne“ zusammen mit Philipp Schausberger und Herbert Steinböck.

Neue Wege zu gehen und sich auf Unbekanntes einzulassen, gehört für Schwendt beinahe zum Berufsalltag. So überrascht es nicht, dass er bereits einen Termin für sein erstes Kabarett-Solo-Programm fixiert hatte, obwohl es noch gar nicht fertig war. Sich zum Kabarett-Nachwuchsbewerb „Kleinkunstvogel“ in Graz anzumelden, um Erfahrungen zu sammeln, gibt seine diesbezügliche Einstellung ebenfalls gut wieder. Nachdem er zuerst auf die Warteliste kam, erhielt er eine Woche vor Beginn schließlich doch noch einen Startplatz. Seine Reaktion: „Ja okay, ich hab zwar nix fertig, aber das geht sich schon irgendwie aus.“ Und mit dieser Einstellung schaffte er es sogar in die Finalrunde. Darauf folgte die Einladung zur Kabarett-Talenteshow in Wien, die er prompt gewann. Als Preis durfte er Ende Juli das Vorprogramm von Gerald Fleischhacker gestalten. Aus dieser Begegnung entstand außerdem der Podcast „Die Unterhaltung“ mit Babsi Eichberger, die er beim Kleinkunstvogel kennengelernt hat und die Gewinnerin des Publikumspreises 2026 ist.

Die neue Rolle erarbeiten

Bei seinem Solo-Programm „Künstlerische Frechheit“ geht es um den Balanceakt zwischen Arbeit, Kindern und Selbstoptimierung, um skurrile Fantasiegeschichten und das Serendipitätsprinzip. Dieses besagt, Dinge zu finden, die man gar nicht gesucht hat. Auch das gibt seine Einstellung gut wieder: seinem Bauchgefühl ohne Hintergedanken zu folgen und zu sehen, wohin das führt. „Dann entwickelt sich meist alles von selbst. Es geht nicht darum, etwas zu müssen, sondern das zu tun, was gefällt.“

Regie führt Herbert Steinböck, der ihn auch auf das Programm vorbereitet. Die Gitarre bleibt ein Bestandteil seines Programms, im Mittelpunkt stehen jedoch seine Geschichten und der unmittelbare Kontakt zum Publikum. Wann setzt man eine Pointe? Wie wirkt ein Monolog? Und wie klingt man spontan, obwohl jeder Satz einstudiert ist? Mit diesen Fragen musste sich Schwendt erstmals intensiv beschäftigen. „Ich musste wieder von vorne beginnen. Ohne meine Gitarre fühle ich mich mehr oder weniger nackt auf der Bühne“, meint Schwendt. In dieser neuen Rolle geht er nicht nur kritisch mit sich selbst um, sondern muss auch Kritik von anderen annehmen. „Vor allem vom Herbert“, so Schwendt. Was nicht immer einfach sei, ergänzt er schmunzelnd.

Sein Solo-Programm und sein Podcast sind aktuell seine Hauptgewichtung, aber auch mit den drei BariTönen geht es mit Auftritten weiter. Außerdem hat er bei der Regionsmelodie der Leader-Region Buwela Wechselland mitgewirkt.

Was bedeutet für ihn Erfolg? Seine künstlerische Freiheit zu bewahren und mit dem, was ihm Freude macht, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Tickets unter: www.romanjosefschwendt.at