Wasser im Boden halten
16. Juni 2026 | WLZ 136 | Autorin: Stefanie Schadler
Gerade in heißen Sommern zeigt sich, wie wertvoll ein gesunder Boden ist: Er speichert Wasser, schützt die Pflanzen vor Trockenstress und reduziert den Gießaufwand.
Foto © Freepic
Der Boden als Wasserspeicher
Unser Boden kann große Mengen an Wasser speichern. Wie viel und wie lange hängt von seiner Beschaffenheit ab. Ein Lehmboden speichert zum Beispiel Wasser länger als ein Sandboden. Ein natürlicher, humusreicher Boden mit einem hohen Anteil an organischem Material wie Pflanzenresten, Pilzen, Bakterien und anderen Bodenlebewesen hält das Wasser am besten und gibt es nach und nach ab. Außerhalb des Gartens bilden solche Böden wichtige Pufferzonen bei Hochwasser.
Eine weitere wichtige Funktion des Bodens: Er wirkt wie eine Klimaanlage. Jeder kennt den Unterschied: So kann der Sommer in der Stadt unerträglich heiß sein, während sich die gleichen Temperaturen auf dem Land durchaus angenehm anfühlen. Der Grund hierfür sind unter anderem der Boden und die Vegetation. Pflanzen geben Wasser an die Umgebung ab und sorgen gemeinsam mit unversiegelten Flächen für eine natürliche Kühlung. Boden und Klima beeinflussen sich also direkt, wobei diese Wechselwirkung leicht aus dem Gleichgewicht geraten kann.
Ein gesunder Boden benötigt zugleich weniger Wasser von außen und kann wesentlich dazu beitragen, Wasser einzusparen.
Rasenflächen natürlich stärken
Kompost ist eine bereits zersetzte organische Substanz und enthält viel Humus, der im Garten wie ein natürlicher Schwamm wirkt, indem er ein Vielfaches seines Eigengewichtes an Wasser speichern kann und dieses dann bei Trockenheit langsam an die Pflanzenwurzeln abgibt.
Wer auf der Wiese rund ums Haus Humus ausbringt, reichert den Boden mit Nährstoffen an, verbessert die Wasserspeicherung und revitalisiert den Rasen. Dabei ist eine Schicht von einem halben bis zwei Zentimeter ausreichend, damit der Rasen problemlos durch diese Schicht wachsen kann. Um den Rasen nicht zu ersticken, sollte man trockenes und möglichst feines Material benutzen. Vor der Ausbringung sollte der Rasen möglichst kurz geschnitten und – wenn er stark vermoost oder verfilzt ist – vertikutiert werden, damit der Humus den Boden erreicht. Danach den Humus gleichmäßig und mit einem Besen leicht zwischen den Grashalmen verteilen. Anschließend gründlich wässern, damit die Nährstoffe in den Boden gelangen und der Humus nicht austrocknet. Generell kann der Rasenschnitt nach dem Mähen in kleinen Mengen als natürlicher Mulch liegenbleiben. Das fördert das Bodenleben und den natürlichen Humusaufbau. Die beste Zeit dafür ist im Frühjahr oder Herbst.
Weniger gießen, mehr speichern
Fehlt den Pflanzen im Sommer das Wasser, stellen sie das Wachstum ein und die Blätter wirken kraftlos. Gibt es hingegen eine Humusschicht von idealerweise fünf Prozent, besteht ein zusätzlicher Wasserspeicher, der bei jedem Regenguss neu aufgefüllt wird. Um den Humus zu pflegen und anzureichern, ist es wichtig, nicht zu viel umzugraben, da dadurch der Humus sogar abgebaut wird. Stattdessen sollte er mit organischen Materialien wie Laub oder abgestorbenen Pflanzenresten angereichert werden. Das liefert den Regenwürmern und Mikroorganismen in einem gesunden Boden Futter. Es ist daher sinnvoll, einmal im Frühling mit Kompost zu düngen, wodurch es sich vermeiden lässt, regelmäßig ein Zuviel an Gießwasser zu benötigen, um den Boden feucht zu halten.
Im Sommer kann im Beet eine zusätzliche Mulchschicht vor Austrocknung schützen. Dafür wird freie Erde mit einer dünnen Rasenschicht, gehacktem Laub oder Ernterückständen bedeckt. Dadurch wird zugleich das Wachstum von Unkraut verhindert und organisches Material zersetzt, sodass eine neue Humusschicht entsteht.
Wer Wasser nicht nur zuführt, sondern auch im Boden speichert, macht seinen Garten widerstandsfähiger gegenüber Hitze und Trockenperioden. Bereits durch ein Prozent mehr Humus kann der Boden etwa 40 Liter mehr Wasser pro Quadratmeter speichern. Ein gesunder Boden bildet die Grundlage für vieles im Garten – angefangen bei der Nährstoffversorgung über die Wasserspeicherung bis hin zur Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenheit.
Tipp:
Für die Ausbringung von Kompost im Herbst sollte dieser über den Sommer im Freien gelagert werden. Der lockere Haufen sollte mit Brettern oder einer luftdurchlässigen Plane bedeckt werden, damit er nicht durch starken Regen ausgewaschen wird. Gleichzeitig sollte er nicht direkt von der Sonne bestrahlt werden, aber direkten Bodenkontakt haben, damit die Feuchtigkeit reguliert wird und Nützlinge wie Regenwürmer einwandern können.



